Bitburg | 19. März 2017 | Autor: Mario Hübner

65.000 Besucher beim Beda-Markt in Bitburg - Kleinere Autoschau und Streetfood-Festival (Fotos/Videos)

Die ganze Eifel auf den Beinen: 65 000 Besucher strömen am Wochenende zum Beda-Markt. Das neue Konzept mit verkleinerter Autoschau und dafür erstmals einem Streetfood-Festival kommt besser an, als von vielen erwartet.
Alle Fotostrecken auf einen Blick:
Der Beda-Markt ist außergewöhnlich: nicht nur, aber auch wegen Yoshi. Das 782 Kilogramm schwere Rind ist auf dem gesamten Beda-Markt einzigartig. Es ist das einzige Wagyu-Rind. Wagyu, das weiß man inzwischen aus den unzähligen Kochshows im Fernsehen, gilt als das weltweit beste und somit auch teuerste Rindfleisch.

"200 bis 400 Euro muss man für ein Kilo des besten Fleisches schon hinlegen", sagt Züchter Christian Gewehr aus dem Hunsrück, der sich vor drei Jahren an die kostspielige Zucht der besonderen Rasse herangewagt hat. Drei Versuche á 800 Euro hat es gebraucht, bis aus einem eingepflanzten Embryo der stattliche Zuchtbulle Yoshi herangewachsen ist.
Jetzt sucht Züchter Gewehr noch ein weibliches Tier - obwohl sein Bulle auch bereits ein begehrtes Fotomodell darstellt.

Überhaupt finden sich in der Auktionshalle wieder viele schöne Modells - auf vier Beinen. Und auch bereits sehr engagierte Jungzüchter - einige davon noch im Grundschulalter. Doch obwohl noch so jung, machen sie ihre Sache prima - wenngleich es für die Jungs und Mädels oftmals gar nicht so einfach ist, ihre Kälber dort zu positionieren, wo sie es wollen. Da wird nicht nur gut zugeredet und gestreichelt, sondern auch energisch gedrückt und gezogen. Landwirt, ein Knochenjob.

Doch sie bekommen ihren verdienten Lohn, entweder eine Auszeichnung der Jury oder den Applaus des Publikums. So auch von Dauergast Manfred Winter aus Wißmannsdorf: "Was die Jungzüchter schon zeigen, ist einfach toll, toll, toll." Der Beda-Markt ist für ihn ein Pflichttermin. Er sagt: "Hier zu den Tieren zieht es mich immer, obwohl ich meine kleine Landschaft mit 35 Fleischrindern vor vier Jahren aufgegeben habe." Wie er es allerdings nächstes Jahr halten werde, wenn die Viehauktion nach Fließem umsiedelt, weiß er noch nicht.

Diesmal aber blieb der Beda-Markt weiterhin der Anziehungspunkt in der Eifel: Laut Polizei kamen am vergangenen Wochenende rund 65 000 Besucher zur Leistungsmesse samt Rummel - die mit Abstand meisten davon am gestrigen Abschlusstag, als das Wetter besser wurde und die Geschäfte zum Sonntagsshopping öffneten.

Demnach riss der Besucherzuspruch gegenüber den Vorjahren nicht ab. Und dass, obwohl der Beda-Markt 2017 - wie gesagt - einzigartig war. Denn auch die Autoschau wurde erstmals deutlich verkleinert und musste ohne das große Festzelt auskommen (der TV berichtete). Doch das Erregethema Nummer 1 im Vorfeld erwies sich während des Marktes als weniger brisant als erwartet. Einigen war die Neuerung sogar sehr willkommen. So wie Stephan Rugies, der sagte: "Der Beda-Markt war ohnehin immer zu autolastig. Bitburg hat mehr zu bieten. Und mit dem Streetfood-Festival ist mal richtig neuer Schwung reingekommen." Dem pflichtet auch Edith Biwer bei, die sich gerade einen Pulled-Pork-Burger gönnt. Sie sagt: "Ist eine super Idee. Ich werde gleich noch was anderes versuchen - so viel, wie ich packe."

Auch Dauergast Reinhold Zahren aus Lupertseifen findet die Verkleinerung der Autoschau "nicht schlimm, man muss ja auch mal was Neues machen". Ottmar Feider vom Autohaus Eifel-Mosel gibt sich ebenfalls gelassen, schließlich stehen er, seine Kollegen und ihre Fahrzeuge unter Dach. Er sagt: "Wir sind zufrieden: Es war viel los, wir hatten gute Kundenkontakte, hier im Zelt ist alles gut." Er sagt aber auch, dass er außerhalb nicht ausstellen würde.

Weitere Berichte und Bilder vom Beda-Markt in unserem Liveticker und im Dossier
Extra
Handwerkerzelt I: Am Sonntag ging es nur noch in Trippelschritten vorwärts - so groß war der Andrang. Dementsprechend zufrieden waren auch die Aussteller. So sagte Seniorchef Ferdinand Dimmer von Metallbau-Dimmer aus Mötsch: "Es ist super. Seit der Öffnung um 10 Uhr war hier was los." Er ist immer noch gerne dabei, obwohl der Sohn Klaus-Michael den Betrieb inzwischen leitet. Und obwohl er am heutigen Montag 80 wird. Er erzählt: "Beim Beda-Markt vor 30 Jahren bin ich 50 geworden - und war selbstverständlich am Stand. Dann kam ein Anruf: Ich müsste nach Hause kommen, weil da ein wichtiger Kunde sei. Also bin ich los - und plötzlich hat der Musikverein aufgespielt. Die wussten schon, wie sie mich kriegen."
Handwerkerzelt II: Auch der Trierische Volksfreund war wieder mit einem großen Stand vertreten. Auf die Frage des Reporters antwortete der stellvertretende Chefredakteur und Eifeler Damian Schwickerath: "Wieso der TV dabei ist? Weil wir das Medium Nummer 1 in der Region sind und man beim Beda-Markt einfach dabei sein muss!"