Bitburg | 17. Mai 2017 | Autor: Simon Diedrich und Andrea Weber

Regionale Händler locken zum Bitburger Maimarkt

Selbstgesponnene Wolle, Deko aus Treibholz und Wein von Saar und Mosel: Händler aus der Region bieten beim zweiten Bitburger Maimarkt heimische Produkte an. Mit der Veranstaltung soll Einkaufen zum Erlebnis werden.
Laut Wettervorhersage könnte Petrus am Wochenende ein Einsehen mit den Bitburgern haben. Es wäre ihnen zu wünschen, nachdem der erste Maimarkt im vergangenen Jahr ziemlich verregnet war. „Über gutes Wetter freuen wir uns natürlich“, sagt Lars Messerich vom Gewerbeverein Bitburg, der den Markt organisiert, „wir sind aber für alles gerüstet.“ Die Aussteller hätten Pavillons, die Essens- und Getränkestände seien überdacht. Und die Geschäfte seien ja auch am Sonntag geöffnet.

Der Bitburger Maimarkt startet am Samstag, 20. Mai, um 11 Uhr. Pünktlich zum vom Haus der Jugend veranstalteten Kinderflohmarkt öffnen auch die Essens- und Getränkestände auf dem Spittel. Dort könnten Besucher dann beim ganz normalen Einkaufen schon ein Glas Wein genießen oder etwas essen, sagt Messerich. Ab 17 Uhr gibt es außerdem Live-Musik auf der Bühne am Spittel. Am Samstagabend spielt das Duo Saitenswing.

„Beim Bitburger Maimarkt können die Leute Freunde treffen, sich austauschen und was erleben“, sagt Messerich. Das biete das Internet nicht. Matthias Schmitt, Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer Trier, hält es für sehr sinnvoll, dass sich der regionale Einzelhandel mit Events und verkaufsoffenen Sonntagen präsentiert – auch mit Blick darauf, dass der Online-Handel wächst (siehe Info). „Für viele ist Shoppen ein Freizeiterlebnis. Und so können die Menschen auch an Sonntagen mal in Ruhe mit der Familie durch die Stadt flanieren.“ 

Das findet auch Elisabeth Hoffmann, Verkäuferin bei Intersport. „Es ist schön, dass es verkaufsoffene Sonntage gibt“, sagt sie. Die Bitburger Händler freuen sich auf die Veranstaltung: „Jedes Event in Bitburg ist eine Bereicherung“, findet Andrea Bersch vom Porzellan-Haus Schönhofen, „es ist schön, dass die Menschen auch in ihrer Freizeit den Service genießen können, den es im Internet nicht gibt.“

Das Besondere am Maimarkt sind aber nicht die sonntags geöffneten Geschäfte, sondern der Genuss-Markt, den der Gewerbeverein mit Unterstützung der Stadt veranstaltet: Rund 20 regionale Händler bieten am Spittel und in der Trierer Straße ihre Produkte an. Zahlreiche Kunsthandwerker aus der Region präsentieren ihre Schmuckstücke. Ob Glasperlenschmuck, Amulette aus Zinn oder Dekoration aus Treibholz oder aus Beton und Heu – „Es wird sehr viel Selbstgemachtes geben“, verspricht Messerich. Eine Ausstellerin stelle selbst Wolle her und habe sogar ihre Spindel dabei.

Auch kulinarisch würden regionale Produkte angeboten, es gebe Wein von Mosel und Saar, und ein Metzger und ein Gemüsehändler böten Produkte aus der Region an. An Grillständen werden Bratwurst oder Hamburger gebrutzelt, und das Haus der Jugend bietet Basteln und Spiele für Kinder an. Der Lions Club veranstaltet auch in diesem Jahr einen Edelflohmarkt, dessen Erlös zur Restaurierung des Glockenturms verwendet wird. Das Benno-Raabe-Trio und Schmitzbackes & Co. unterhalten die Besucher am Sonntag mit Jazz-Musik.

Insgesamt erwartet Messerich mehrere Tausend Besucher zum zweiten Bitburger Maimarkt am Wochenende. „So viele waren es schon letztes Jahr, damit rechnen wir wieder“, sagt er. Wer weiß, vielleicht werden es dank Petrus ja in diesem Jahr sogar noch ein paar mehr.
 
Extra

TRIERER STRAßE AM SONNTAG GESPERRT
Wegen der Veranstaltungen wird die Trierer Straße in Bitburg am Sonntag, 21. Mai, von 8 bis 20 Uhr zwischen der Kreuzung „Zangerles Eck“ und der Einmündung Gartenstraße für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Eine entsprechende Umleitung wird ausgeschildert.
 
Info

UMSATZ UND ONLINE-HANDEL
Die Stadt Bitburg hatte laut der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier im Jahr 2016 einen Einzelhandelsumsatz von rund 190 Millionen Euro, der des Eifelkreises Bitburg-Prüm lag bei rund 460 Millionen Euro. Die Kaufkraft der Bitburger sei sogar noch etwas höher, erklärt Matthias Schmitt, Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik. Allerdings gäben Eifeler auch Geld in Trier aus. Derzeit würden zehn Prozent des Umsatzes mit Online-Handel gemacht, ohne Lebensmittel und Drogerieartikel sogar 20 Prozent. „Das ist schon ziemlich viel“, sagt Schmitt, und der Online-Handel wachse dynamisch weiter. Es seien Steigerungsraten von 11 bis 12 Prozent prognostiziert. Deshalb sei es auch für regionale Händler sinnvoll, sich im Internet zu positionieren.