19. Mai 2017

Lokalpatriotismus allein reicht nich

TV-Redakteur Lars Ross zum Verhältnis zwischen Onlinehandel und Einzelhandel

Wer sich dem Wettbewerb stellt, kann verlieren. Wer es nicht tut, hat schon verloren.“ Viele Einzelhändler gerade in kleinen Städten haben es schwer. Denn sie treten nicht mehr nur gegen die Konkurrenz in der Großstadt, sondern auch gegen den Internethandel an. 

Und dennoch gilt es, sich mutig und am besten gemeinsam mit den Händlerkollegen in der Nachbarschaft dem Wettbewerb zu stellen. Die Sache ist nicht hoffnungslos. Allerdings wird der schiere Appell, doch bitte, bitte, bitte vor Ort zu kaufen nicht reichen, um Kunden zu binden und neue zu gewinnen.

Lokalpatriotismus ist kein starkes Kaufargument. Es muss einen klaren Unterschied geben zwischen den gleichförmig, anonymen Online-Shops und dem, was der örtliche Händler bietet. Nicht nur an Beratung, sondern auch an Aufenthaltsqualität und persönlicher Nähe.

Zudem muss die Infrastruktur stimmen. Deshalb ist es gut, wenn die Städte in ihre Zentren investieren – auch wenn die Baustellen nerven. Und es ist wichtig, dass auch Privatleute in innerstädtische Immobilien investieren, aber gleichzeitig realistische Mieten kalkulieren. Denn die sind die Grundlage dafür, dass neue Geschäfte überhaupt eine Chance haben.