19. Mai 2017

In guter Nachbarschaft

Da ich dieses Jahr dazu geneigt war, eine andere Zusammenstellung meiner Balkonbepflanzung zu wählen, sagte mir eine erfahrene Gärtnerin am Blumenstand: "Wenn sie in diesen Tagen ihre Balkonkästen bepflanzen, sollten sie auf eine gute Nachbarschaft zwischen den einzelnen Pflanzen achten". Ob Geranie oder Petunie - kombiniert mit Weihrauch, jede hat ihren eigenen Platzbedarf und verträgt nicht jede beliebige Pflanze in unmittelbarer Nähe.

Im Laufe des Jahres muss jede Blumenart ihre Ansprüche an Wasser, Lebensraum und Licht annähernd decken können, damit sie sich gut entwickeln kann und uns als Betrachter mit ihrer Blütenpracht und ihrem Wuchs erfreuen kann. War die Nachbarschaft der Blumenpflanzen ein Erfolg, so greifen wir im Folgejahr darauf zurück oder geben unsere eigenen Erfahrungen gerne als Gartentipp im Freundes- und Bekanntenkreis weiter.
Unsere Erfahrungen und Rückmeldung sind jetzt auch von Seiten des Bistums angefragt, wenn es um die Aufteilung des Bistums in neue Räume geht. Ein erster Entwurf wurde den Christen des Bistums vor ein paar Wochen medienwirksam vorgestellt. Beim ersten Blick auf die neue Raumgliederung wurde sichtbar, dass mancherorts ganz neue Nachbarschaften zwischen den Pfarreien angedacht werden. Andere sollen einfach von ihren Nachbarn getrennt werden, mit denen sie sich doch erst in den letzten Jahren als Nachbarn arrangiert haben. Trotz unterschiedlicher pastoraler Prägung als Pfarreien, haben sich Christen in den bisherigen pastoralen Räumen mittlerweile gemeinsam auf den Weg des christlichen Miteinanders begeben.
Jetzt wird Zusammenarbeit erfahrbar in gemeinsamen kirchenmusikalichen Konzerten oder Projekten der Erstkommunionkinder und Firmlinge. Vielleicht folgen sie dem Motto "Gemeinsam glauben, leben und bekennen."
Petra Schweisthal
Pastoralreferentin im Dekanat
St. Willibrord Westeifel