19. Mai 2017

Master-Plan Stadtentwicklung

Jetzt fange ich so langsam an und verstehe dieses Bitburg. "Aha", meint dazu meine kurz vor der Erleuchtung stehende Walburga (ihr erinnert euch: sie macht ja jetzt mit ihren Gymnastikfrauen Yoga in lila Hülle und Fülle…) Aha, was?! "Wenn Du mal anfängst, irgendwas zu verstehen", kombiniert meine Frau, "habe ich ja noch Hoffnung, dass Du mich auch irgendwann verstehst.
" Darauf denke ich mir mal ein dreifach donnerndes "Ohmm" und gehe meiner Wege.
Muss meine Gedanken mal in dem Loch in Bitburgs Fußgängerzone zur Ruhe kommen lassen. Was ich mich mit Blick in das Baggerloch so frage ist, warum andere Städte wie Köln oder Berlin oder New York (haben übrigens alle Flüsse, auf denen Schiffe fahren, aber das nur am Rande) über die Jahre immer weiter über sich selbst hinaus wachsen, während in Big-Boom-Bagger-Bitburg zwar gebaut und gebaut wird, die Häuser aber immer gleich niedrig ausfallen. Zwei Obergeschosse, dann ist Schluss. Statt Wolkenkratzern wird ein Wohngeschäftshaus nach dem nächsten aus dem Boden gestampft und in den leer stehenden Ladenlokalen zieht ein Nagelstudio nach dem nächsten ein...
Einfache Rechnung: Würde man die Wohngeschäftshäuser doppelt so hoch bauen, gäbe es bei der gleichen Anzahl neuer Wohnungen nur die Hälfte leer stehender Geschäfte. Zwei, drei Bier-Batralzem später dämmert es mir: Das Ganze hat System!
Warum, glaubt ihr, sind so viele gegen die Bit-Galerie und fahren lieber nach Trier einkaufen, obwohl das Parken da viel teurer ist? Warum waren so viele gegen den linksdrehenden Ringverkehr? Gegen die Nord-Ost-Tangente, gegen den Flughafen und auch mein Kyllhafen wird ja nicht so unterstützt, wie er es verdient hätte. Keine Frage: Bitburgs Stadtentwicklung orientiert sich nicht an anderen Städten, sondern verfolgt mit aller Kraft ein wirklich großes Ziel: Nachdem es mit der Landesgartenschau nicht geklappt hat, will Bitburg beim Dorfwettbewerb mitmachen. Wir können uns also beruhigt zurücklegen: "Unser Dorf hat Zukunft"! Prost, Pitter