Sarmersbach | 20. März 2017 | Autor: Helmut Gassen

Der Dachschaden geht ins Geld

Die Kapelle in Sarmersbach ist fast 230 Jahre alt und muss dringend saniert werden. Das könnte an die 100 000 Euro kosten. Dazu soll es eine Bürgerbefragung geben.
Sarmersbach Fast 230 Jahre ist sie alt, die Kapelle in der Gemeinde Sarmersbach. Vor rund 35 Jahren erfolgte die letzte Sanierung. Aus dem Jahr der Erbauung 1788 stammt noch der Dachstuhl der Kapelle, und gerade der bereitet der Kirche und Gemeinde nun große Sorgen.
Denn das Holz von fünf der zwölf tragenden Balken ist morsch, weil auch längere Zeit das Dach schon undicht war. Dadurch ist auch die südlich gelegene Fußpfette (waagerechter Träger in einer Dachkonstruktion) faul und bedarf der Erneuerung. Dafür muss die Schiefereindeckung auf etwa einem Meter entfernt werden.
Am Dachstuhl ist zudem der Eichenporling ins Holz eingedrungen, das wurde bei einer Untersuchung festgestellt. "Das ganze Gebälk der Decke ist statisch nicht mehr tragfähig", erklärte Architekt Stefan Bauer bei einer Bürgerversammlung in Sarmersbach, an der neben Pfarrer Ulrich Apelt auch Rudolf Ewen von der Rendantur Prüm sowie der Hilgerather Verwaltungsrat teilnahmen. Doch das ist noch lange nicht alles an schlechten Nachrichten. Die schadhaften Balken haben den Innenputz der Decke brüchig werden lassen, sodass Teile davon herunter gefallen sind. Das Fazit nach einer Untersuchung: Es muss dringend etwas getan werden, um die Kapelle zu erhalten. Schon seit einem Jahr wird sie wegen der massiven Schäden nicht mehr genutzt, Gottesdienste in Sarmersbach finden seitdem im Gemeindehaus statt.
Die Baukosten für eine Sanierung der Kapelle werden auf mindestens 92 000 Euro geschätzt. Architekt Bauer erklärte den Ablauf der Reparatur und der Sicherungsarbeiten: In einem ersten Bauabschnitt würden neue Balken eingeschoben und verbolzt, der Glockenturm müsste ausgebessert, Dachrinnen und Decke erneuert werden. Dies würde nach Schätzungen des Dachdeckers rund 250 Stunden in Anspruch nehmen und etwa 51 000 Euro kosten.
Im zweiten Bauabschnitt würde die Kapelle von außen trockengelegt, neue Fenster eingebaut und innen ein Sanierputz angebracht. Dieser Bauabschnitt würde mit weiteren 41 000 Euro zu Buche schlagen.
Der Architekt präsentierte auch eine "Notlösung" für 37 000 Euro, die beinhaltet, dass die Kapelle zwar gesichert werde, aber nicht nutzbar sei. Grundsätzlich ist klar: Die Kapelle darf nicht abgerissen werden, da sie unter Denkmalschutz steht. Doch wer soll das alles bezahlen? Die Kapelle gehört der Kirche. Die hat bisher für Gutachten und Untersuchungen 3500 Euro bezahlt. Das Bistum gewährt bei einer Reparatur und Sanierung 60 Prozent Zuschuss, das macht einen Betrag von 53 000 Euro aus.
Abzüglich einer Summe von 7000 Euro, die die Pfarrei Hilgerath beisteuern kann, bleibt eine Finanzlücke von 35 000 Euro. Es wurde auch die Frage in den Raum gestellt, ob das Gebäude angesichts schwindender Gottesdienstbesucher in Zukunft noch gebraucht wird. Dass die Kapelle erhalten werden muss, ist für Dorfbewohnerin Irmgard Lues eine klare Sache. "Was sollen künftige Generationen von uns denken, wenn wir die Kapelle verkommen lassen?", gab sie die Grundstimmung der Versammlung wieder. Ortsbürgermeister Dieter Treis will nun versuchen, über das Programm Dorferneuerung einen weiteren Zuschuss zu bekommen. Außerdem wird es eine Bürgerbefragung geben, um die Meinungen der Bürger zu hören.