Oberstadtfeld | 18. April 2017 | Autor: Helmut Gassen

Drei Grundstücke, drei Geschichten

Es kommt Leben in das Neubaugebiet in Oberstadtfeld. Wer zieht dort ein und warum?
Oberstadtfeld Mehr als hundert Jahre lang standen drei alte Häuser in Oberstadtfeld. Jetzt sind sie nicht mehr. Die Gemeinde hat sie gekauft und abreißen lassen - als Teil des Dorferneuerungskonzeptes. "Das hat die Gemeinde eine Menge Geld gekostet", erzählt Ortsbürgermeister Hubert Molitor. Allein die Abbrisskosten lagen bei 45 000 Euro. Immerhin: Mehr als die Hälfte davon, nämlich 25 000 Euro, zahlte das Land. Hinzu kamen für die Gemeinde die Kosten für die Grundstücke und eine neue Straße mit Oberflächenentwässerung. Im vergangenen Jahr waren die Vorarbeiten "Unter dem Herrengarten" dann abgeschlossen.
Der Plan hinter der Maßnahme: Alte, leerstehende, verfallende Bausubstanz sollte Platz für ein neues, attraktives Baugebiet mitten im Dorfkern machen. Das war die Idee des Ortsgemeinderates. Vier neue Häuser sollen auf diesen rund 700 Quadratmetern entstehen. Die Hälfte ist geschafft: Zwei Gebäude stehen schon, ein drittes Baugrundstück ist an ein Paar aus Neunkirchen verkauft. "Wir hatten ehrlich gesagt nicht mit dieser Nachfrage gerechnet", erzählt Molitor. Im Ort gibt es aktuell noch drei Leerstände. An denen kann die Gemeinde aber nicht viel ändern. "Wir könnten in Oberstadtfeld Bauplätze ohne Ende verkaufen, aber wir haben keine mehr in Gemeindehand. Deshalb denken wir schon über ein neues Baugebiet nach", erzählt der Bürgermeister.
Sarah Trosdorff (30) und ihr Freund Maik Gerhards (38) wohnen seit Kurzem schon in ihrem Fertighaus am Ende des neuen Baugebietes "Unter dem Herrengarten". Einiges ist noch zu tun am Haus und rundum, aber die beiden fühlen sich schon wohl hier: "Für uns war von vornherein klar, dass wir nicht ins Neubaugebiet möchten." Die Grundstücke erschienen den beiden dort "etwas zu eng". Klar war für die zwei auch, dass sie in Oberstadtfeld bleiben - Eltern und Geschwister leben hier. "Diese Kernsanierung hier hat sich für uns genau passend ergeben, und wir tragen etwas dazu bei, dass der Dorfmittelpunkt wieder mit Leben erfüllt wird", sagt Trosdorff.
Bauherr des zweiten Hauses ist Klaus Nottermann, der aus Kettig bei Koblenz ist und dort sein Haus verkauft hat. "Hier sind wir direkt im Zentrum, hier ist das Leben", sagt der 67-jährige. Seine Partnerin Käthe Nöllen (67) stammt aus Oberstadtfeld. Auch sie freut sich auf das neue Haus, das altersgerecht gebaut wird und alles auf einer Etage vereint.
Den dritten Bauplatz haben Yvonne und Stefan Neis mit ihrer acht Monate alten Tochter Ella gekauft und wollen bald mit Bauen anfangen. "Bis Sylvester wollen wir drin sein", gibt Yvonne Neis das Ziel vor. Beide sind 33 Jahre alt und wohnen jetzt noch in Pützborn.Warum nun nach Oberstadtfeld? "Wir waren seit Monaten auf der Suche nach einem Baugrundstück, meine Mutter war bei einem Geburtstagsbesuch in Oberstadtfeld und hat von diesem Grundstück erfahren. Da habe ich am nächsten Tag direkt beim Bürgermeister angerufen und es gekauft. ", erzählt Yvonne Neis.