Strohn | 19. April 2017 | Autor: Lydia Vasiliou

Gerüchteküche um das Vulkanhaus in Strohn brodelt

Was ist los im Strohner Museum? Von Unstimmigkeiten zwischen Leiterin und Ortsbürgermeister ist die Rede. Bestätigt ist aber nur, dass es Personalveränderungen gegeben hat. Die Gemeinde will die Kosten drücken, aber auch investieren.
Wer die vulkanische Vergangenheit der Eifel genauer kennenlernen will, kann das beispielsweise im Vulkanhaus in Strohn tun. Dessen Prunkstück ist eine große Lavaspaltenwand, die 1992 im örtlichen Steinbruch entdeckt wurde.

Rund um dieses einmalige Zeugnis der Erdgeschichte wurde das Vulkanhaus konzipiert. 2002 eröffnet, hat es sich zu einem beliebten Ausflugsziel mit durchweg jährlich fünfstelligen Besucherzahlen entwickelt. Wenn Schwefelgeruch durch die Räume zieht, bekommen die Gäste eine Ahnung davon, wie es riecht, wenn ein Vulkan ausbricht. Nun aber brodelt es auch in der Gerüchteküche in und um Strohn. Irene Sartoris, seit der Eröffnung vor 15 Jahren dabei, das Gesicht des Hauses und Leiterin des Museums, ist schon seit Monaten krank geschrieben, anderes Personal hat gekündigt.

Was ist los im Vulkanhaus in Strohn? "Es stimmt, es sind ein paar Leute weg gegangen, teils aus Altersgründen oder weil sie etwas anderes vorhaben", sagt Ortsbürgermeister Heinz Martin im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund, "aber alles in völliger Übereinstimmung". Es stimme auch, dass die Museumsleiterin Irene Sartoris schon lange krank sei.

Und das gibt im Ort und auch außerhalb Anlass anzunehmen, dass es Unstimmigkeiten zwischen Ortsbürgermeister und Museumsleiterin geben könnte. Diese Vermutung lässt sich allerdings nicht bestätigen, denn Irene Sartoris möchte dazu keine Stellung nehmen. Ungeachtet dessen läuft die Saison läuft seit 1. April wie gehabt, sagt Heinz Martin. Im Augenblick nehme Helmut Schäfer die Rolle als Museumsleiter wahr, bestätigt der Bürgermeister. Auch werde es keinen Engpass beim Personal geben, denn zurzeit sind zwei Vollzeitkräfte und zwei Halbtagskräfte sowie je nach Betrieb fünf bis sechs Schüler und Studenten als Aushilfen im Vulkanhaus tätig. Drei Personen sind für die Führungen zuständig.
"Das Vulkanhaus hat jährlich 40 000 bis 50 000 Euro Verluste gemacht", sagt Martin. Deshalb wolle man alles optimaler gestalten und das Defizit verringern mit "bodenständigen" Zielen. Im Winter war es bisher so, dass eine Person an der Kasse des Museums stand, was aber seiner Meinung nach nicht nötig ist, da bei einer Besucherzahl von nur etwa 150 Personen im Monat der Eintritt auch im unmittelbar angrenzenden Café gezahlt werden könne. Denn das Café wird seit der Insolvenz des Vorpächters vor zwei Jahren von der Gemeinde geführt. Martin: "Warum also zwei Kassen führen und eine extra Person bezahlen?"

Trotz Sparprogramm denkt der Ortsbürgermeister bei rund 10 000 Besuchern jährlich auch über verschiedene Investitionen nach. Gemeinsam mit der Eifelvereins-Ortsgruppe Strohn werde in Kürze ein elektronisches Informationssystem eingerichtet, an dem sich die Gäste über verschiedene Wanderwege erkundigen können.
Auch eine Touristinformation könne er sich vorstellen, sagt der Ortsbürgermeister. Weiterhin geplant ist eine Tankstelle für Elektro-Autos und die Erweiterung des gesamten Vulkanhauses, inklusive des Cafés. "Ich möchte das Vulkanhaus nach vorne bringen und gleichzeitig die Kosten senken", nennt Martin sein Ziel.
Kommentar
Schwieriger Spagat für Strohn

40 000 bis 50 000 Euro Miese pro Jahr sind schon eine veritable Hausnummer, über die auch eine bekannt gut situierte Gemeinde wie Strohn nicht mal eben hinwegsehen kann. Deshalb ist es interessant zu erfahren, wie es - wie vom Ortsbürgermeister angekündigt - gelingen kann, die Kosten zu drücken und gleichzeitig das Vulkanhaus nach vorn zu bringen. Ihm ist dabei eine glückliche Hand zu wünschen, denn verzichten möchte wohl kaum jemand auf das Haus als wichtige Säule des regionalen Tourismus. Betreiber ähnlicher Einrichtungen werden gespannt nach Strohn schauen, s.sartoris@volksfreund.de
Extra
Öffnungszeiten des Vulkanhauses

Das Vulkanhaus ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen ist eine Führung auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Terminabsprache möglich, Telefon 06573/953721.