Daun | 19. März 2017 | Autor: Alwin Ixfeld

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Die Zahl älterer Menschen steigt, und immer mehr brauchen Pflege. Um über dieses Berufsfeld zu informieren und um Nachwuchs zu werben, gibt es eine Aktionswoche vom 27. bis 30. März in der Vulkaneifel und an der Mosel.
Daun Vorurteile abbauen, die Jugend begeistern: Das sollen die Aktionstage im Vulkaneifelkreis, in der junge Menschen Ende des Monats einen Einblick in die Altenpflegeberufe erhalten sollen (Termine siehe Extra).
"Im Mittelpunkt steht die Faszination Mensch, und die finde ich in keinem anderen Berufsbild so wie in der Altenpflege", sagt Hermann-Josef Melchiors, Leiter der Pflegeschulen Maria Hilf (Daun), über die Motivation zur Ausbildung in der Altenpflege. "Nirgendwo komme ich den Menschen so nah und das über so lange Zeit und so intensiv", ergänzt er.
Zur Auftaktveranstaltung "Jetzt Zukunft gestalten - Pflegeberufe sichern Lebensqualität" sind kurz vor Beginn der eigentlichen Aktionswoche rund 120 überwiegend junge Menschen ins Dauner Forum gekommen. "Mir macht das Spaß mit den alten Leuten", "Ich höre denen gerne zu, wenn sie über ihr Leben erzählen", "Manchmal wird’s schon stressig, vor allem am Wochenende, aber ich mach’s trotzdem gern", sagen Besucher. Sie haben sich für ein Berufsfeld entschieden, das offensichtlich Zukunft hat. Das lassen jedenfalls die Aussagen von Staatssekretär David Langner vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demoskopie schließen: "2000 Fachkräfte fehlen uns noch in Rheinland-Pfalz. Wir können uns also nicht zurücklehnen und sagen, es ist alles getan. Insofern freue ich mich, dass hier diese Aktionswoche stattfindet." Auch vor dem Hintergrund, dass es allein im Landkreis Vulkaneifel elf stationäre und zehn ambulante Altenpflegeeinrichtungen gibt.
Hans-Josef Börsch von der Mitarbeiter-Vertretung der Cusanus-Trägergesellschaft Trier sitzt auch im Vorstand der rheinland-pfälzischen Pflegekammer und hat die hohe Arbeitsbelastung in den Pflegeberufen im Blick: "Die Pflege kann definitiv sagen, sie ist ein Heilberuf. Im Moment haben wir eine massive Arbeitsverdichtung auch im ambulanten Bereich. Wir haben da viele Teilzeitkräfte, was daran liegt, dass die Leute nicht mehr Vollzeit arbeiten können, weil die Arbeitsbelastung viel zu hoch ist." Aus Sicht der Agentur für Arbeit sieht Robert Gilles, dass "der Pflegebereich die Branche ist, die in den vergangenen Jahren die Zahl der Beschäftigten am stärksten gesteigert hat." Die steigende Zahl von Pflegefällen hat Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, im Blick: "Die beste Strategie ist, den Pflegefall und die Krankheit zu vermeiden. Prävention ist da angesagt und das Verbleiben in der gewohnten Umgebung so lange wie möglich zu gewährleisten", betont er. Klöckner bezieht sich damit auf den Begriff der sorgenden Gemeinschaft vor Ort, wie er im sogenannten Wege-Prozess (Wege steht für Wandel erfolgreich gestalten) der VG Dun ausprobiert wird. Als Ziel nennt der Bürgermeister, dass die Zahl der stationären Pflegeplätze bis zum Jahr 2030 nicht höher sein solle, als sie 2010 war.
DAS REGELT DAS ALTENPFLEGEGESETZ

Extra
Bundesweit regelt das Altenpflegegesetz die Ausbildung. Sie dauert in der Regel drei Jahre und ist in theoretische und praktische Bereiche unterteilt. Zugangsvoraussetzung ist ein Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss. Einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag gibt es für die Bezahlung nicht. Nähere Informationen zur Ausbildung finden sich unter www. altenpflegeausbildung.net
TERMINE DER AKTIONSWOCHE

Extra
Montag, 27. März: Regina-Protmann-Stift Kelberg. Dienstag, 28. März: Seniorenhaus Regina Protmann Daun. Mittwoch, 29. März: Maternusstift am Auberg Gerolstein. Donnerstag, 30. März: Ida-Becker-Haus Traben-Trarbach. Die Veranstaltungen finden jeweils von 9 bis 12 Uhr statt. Zusätzlich wird am 28. März ab 14.30 Uhr im Seniorenhaus Regina Protmann in Daun eine Informationsveranstaltung für Quereinsteiger angeboten. Weitere Informationen im Internet auf der Facebook-Seite des Maria-Hilf-Krankenhauses oder auf der Homepage: www.krankenhaus-maria-hilf.de