Daun | 19. Mai 2017 | Autor: Helmut Gassen

Jugendpfleger will den Markt retten

Immer schwerer fiel es dem Gewerbeverein, den Dauner Weihnachtsmarkt auszurichten. Jetzt soll Rüdiger Herres einspringen und dafür sorgen, dass die Tradition weitergeht - an einem anderen Platz.
Daun Seit 22 Jahren hat der Dauner Weihnachtsmarkt einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt Daun, aber er bereitete den Verantwortlichen vom Veranstalter, dem Gewerbe- und Verkehrsverein (GVV) Daun, in den vergangenen Jahren immer mehr Probleme. Der Vorsitzende Dieter Wilhelm sagt: "Ich hatte immer schlaflose Nächte deswegen und habe immer gesagt: Wir machen den Weihnachtsmarkt nicht mehr. Er war irgendwann zum scheitern verurteilt". Doch jetzt bessert sich die Lage offensichtlich: Dauns Jugendpfleger Rüdiger Herres springt ein.
Wie dringend das war, zeigen auch die Worte von GVV-Geschäftsführer Wolfgang von Wendt: "Es war immer ein schöner Weihnachtsmarkt, aber es gab auch immer viele Probleme zu lösen. Ich habe den Weihnachtsmarkt jedes Jahr zum Teufel gewünscht, aber wenn er am Abend der Eröffnung stand, habe ich mich auch gefreut darüber". Doch die Probleme bleiben, etwa mit den 20 Hütten, die dem GVV gehören. "Dieses Problem konnten wir bisher auch nicht lösen". Es gebe keinen Unterstellplatz für die Hütten. "Jetzt lagern sie draußen und davon werden sie nicht besser", sagt von Wendt. Die Idee war deshalb immer, den Weihnachtsmarkt aufzugeben oder zumindest abzugeben. "Wir haben lange nach Alternativen für den Weihnachtsmarkt gesucht. Ich bin froh, dass der Weihnachtsmarkt weiter geführt werden kann, aber von einem anderen und ich denke, mit Rüdiger Herres haben wir den richtigen gefunden", sagt von Wendt.
Herres ist seit 2015 Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde Daun und hat im vergangenen Jahr zusammen mit dem GVV Daun, dem Verein Bürger für Bürger und dem Wege-Büro der Verbandsgemeinde Daun die Premiere der Aktion "Daun spielt" organisiert. Für den Dauner Weihnachtsmarkt am 2. Adventssonntag haben sich Rüdiger Herres, Pastoralreferentin Vanessa Lay vom Dekanat Vulkaneifel und Gemeindereferent Markus Göbel von der Pfarreiengemeinschaft Daun zu einem Organisationsteam zusammen geschlossen. "Das Team ist noch offen, wer helfen will, kann helfen. Das Konzept für den Weihnachtsmarkt steht grob und wir können uns vorstellen, welche Zielgruppe wir ansprechen wollen. Es sollen auch viele Ehrenamtliche gewonnen werden für den Markt und über Spender freuen wir uns auch", sagt Herres. Um Helfer und Unterstützer zu bekommen, sollen auch noch gemeinnützige Akteure aus dem Netzwerk von "Dauner Viadukt von Jung bis Alt" und Partner aus der Wirtschaft angesprochen werden. "Die Frage ist nur: Was können wir tun, damit sich gemeinnützige Institutionen einbringen und vernetzen?", sagt Herres. Der Weihnachtsmarkt solle ein Event werden, bei dem die Akteure aus Wirtschaft und Ehrenamt auch einen gemeinsamen Nutzen haben sollen. Der "neue" Dauner Weihnachtsmarkt wird aber nicht mehr auf dem Wirich-Parkplatz stattfinden.
Neuer Standort des Weihnachtsmarktes wird zwischen dem Parkplatz der Kreissparkasse und dem Forum liegen. Auch Säle und Vorplatz des Forums Daun werden genutzt. Ob die Hütten des GVV wieder gebraucht werden, steht noch nicht ganz fest. Rüdiger Herres sieht den ganzen Vorbereitungen noch gelassen entgegen. "Wir haben jetzt einen Auftrag, den wir wollten. Wir haben dafür etwas Konkretes vorgelegt und bekommen jetzt Anregungen. Dafür sind wir auch dankbar. Jeder kann helfen, spenden oder sich auch auf dem Weihnachtsmarkt präsentieren."
GVV-Mitglied Marian Chruscz begrüßt die Weiterführung des Weihnachtsmarktes und Vergabe an Jugendpfleger Herres. "Einerseits begrüße ich es weil der Markt fortgeführt wird, andererseits hat der GVV es aus der Hand gegeben und man weiß nicht, was jetzt kommt. Insgesamt gesehen, ist es aber ein guter Schritt".