Daun | 19. Mai 2017 | Autor: Helmut Gassen

Künstler kämpfen für die Eifellandschaft

Die Wanderausstellung "Kunst trifft Vulkan" in der Kreisverwaltung spricht ein kontroverses Thema an.
Daun Der Landkreises Vulkaneifel feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Jubiläum, und das soll in vielfältiger Weise begangen werden. Ein Aspekt der Vulkaneifel ist seine vulkanische Vergangenheit. Die bildnerisch darzustellen, das haben sich viele Künstler im Kreis auf die Fahne geschrieben. Die Ausstellung "Kunst trifft Vulkan", die nun bis zum 5. Juni in der Kreisverwaltung Vulkaneifel zu sehen ist, zeigt Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Zeichnung und Fotografie, die zwar gegenständlich, abstrakt und auch etwas experimentell sind, aber immer die Vulkaneifel als Thema haben. Die Ausstellung wurde von der Interessengemeinschaft Eifelvulkane in Kooperation mit dem Landkreis initiiert. Deshalb darf und sollte der Blick des Künstlers und späteren Betrachters auch das Gegensätzliche der Schönheit der vulkanischen Landschaft, aber auch ihre Verletzlichkeit durch den Abbau in Gruben zeigen. 17 Künstler wie Bettina Even-Kiefer, Doro Felten, Cornelia Lenartz, Jutta Schulte- Gräfen, Lydia Schend, Stefanie Willms, Gisela Kannenberg, Rolf Simmerer oder Waltraud Mauer sind das Thema aus ihrer eigenen Sicht angegangen. Waltraud Mauer zeigt mit ihrer Reihe "Vier Vulkane" die Schönheit des Vulkanismus, Lydia Schend dagegen drückt mit ihrem Bild "Am Limit" die Grenzen des Menschen aus. Fotograf Rolf Simmerer hat sich in die Luft begeben um seine Winter-fotografien der Vulkaneifel zu gestalten. Er selbst ist vom Gemälde "Baarley" in Tusche, Kohle und Kreide von Lydia Schend fasziniert. "Da ist all das drin, was ich versuche mit meiner Fotografie umzusetzen", sagt er. "Zerbissenheit" heißt das Kunstwerk von Jens Nettlich, eine schwarzen Eichenscheibe, die durch Messing und Stahl zusammen gehalten wird. Aufgerissen, getrocknet, mit Feuer bearbeitet und mit dem Hammer zerschlagen, auch hier steht das Kunstwerk wieder symbolisch für den Menschen selbst, auch für die umweltzerstörerische Lage durch den Raubbau in der Vulkaneifel. Die eindrucksvoll zu zeigen, war ja der Zweck der Ausstellung durch die IG Eifelvulkane. Landrat Heinz-Peter Thiel ging in seiner Ausstellungseröffnung auch stark auf das Thema ein. "Diejenigen Gruben, die schon in Betrieb sind, lassen wir auf, aber weitere lassen wir nicht zu", sagte er zu dem kontroversen Thema Basalt- und Lavaabbau. Auch Resi Schmitz von der IG Eifelvulkane forderte einen Richtungswechsel: "40 Gruben zwischen Gerolstein, Hillesheim und Daun, das ist genug. Wir wünschen uns ein Umdenken".
Die Wanderausstellung ist vom 13. Juni bis 11. Juli im Rathaus Hillesheim zu sehen und vom 12. Juli bis 20. August im Naturkundemuseum Gerolstein. Danach wandert sie weiter nach Gillenfeld, Trier, Mainz und Weißenseifen.