Hillesheim-Niederbettingen | 17. Mai 2017 | Autor: Mario Hübner

Besser als nichts - Neue Bauplätze in Hillesheim-Niederbettingen

Im Hillesheimer Stadtteil Niederbettingen schafft die Stadt nach Jahren erstmals wieder neue Bauplätze. Das trifft vor Ort zwar auf Zustimmung, die Freude hält sich dennoch in Grenzen.
In der jüngsten Stadtratssitzung hat Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) stolz verkündet, dass nun auch kurzfristig im Stadtteil Niederbettingen neue Bauplätze geschaffen werden. Drei Stück an der Zahl, zwischen 680 und 825 Quadratmeter groß. "Das ist im Moment für Niederbettingen ausreichend, denn bis zur Stunde hat bei mir noch niemand auf der Matte gestanden und gesagt: Ich will in Niederbettingen bauen".
Falls der Bedarf aber dennoch darüberhinaus steige, gebe es die Möglichkeit einer zeitnahen Erweiterung. Er habe, so Stein, mit dem Eigentümer des angrenzenden Lands bereits gesprochen. er sei bereit zu verkaufen.
Etwas später informierte er den Rat, dass die Nachfrage nach Bauland in der Kernstadt Hillesheim so groß sei wie noch nie. "In meiner gesamten Amtszeit habe ich noch nie so viele Bauanfragen wie derzeit unterzeichnet", sagte Stein und listete 13 Vorhaben auf, darunter eines mit vier und eines mit 19 Wohneinheiten (in der Kölner Straße gegenüber dem Amtsrichter). Stein sagte: "Das zeigt, wie attraktiv unsere Stadt ist."
Im Stadtrat hörte man das gerne und stimmte auch dem Vorgehen für Niederbettingen zu. So sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Hoffmann: "Eine gute Lösung." Dieter Bernardy von der FWG meinte: "Ich bin sehr froh, dass wir da jetzt endlich einen Schritt weiterkommen." Das mit dem mangelnden Bedarf stimme aber nicht so ganz. Er sagte: "Es sind schon junge Leute weggezogen, weil sie im Dorf keinen Bauplatz bekommen haben."
Das bestätigt einer, der es genau wissen muss: Niederbettingens Ortsvorsteher René Blum. "Zwei junge Familien aus Niederbettingen sind schon weggezogen und haben woanders gebaut, weil wir ihnen nichts anbieten konnten. Bei der dritten hoffe ich, sie jetzt doch noch halten zu können", sagt er und ärgert sich über die "immer gleiche Argumentation" des Stadtbürgermeisters, wonach alle Leute immer nur in der Stadt bauen wollten. "Das ist Quatsch, denn vom Hillesheimer Neubaugebiet bis zum Arzt kommt die Oma auch nicht mit dem Auto."
Und er zählt die Vorzüge Niederbettingens auf: "Wir haben Nahwärme, wodurch die Menschen erhebliche Bau- und Heizkosten sparen.
Und wir sind die erste Gemeinde Deutschlands, in der es besonders schnelles Internet gibt, weil man sich Glasfaserkabel bis ins Haus legen lassen kann."
 
Extra: BAUPLÄTZE

In Hillesheim-Niederbettingen gibt es laut Ortsvorsteher René Blum zwei private Bauplätze und ein gemeindeeigener, die aber seit 30 Jahren wegen ihrer Lage keinen Abnehmer gefunden haben. Darüber hinaus gibt es vier alte Häuser, die zum Verkauf stehen. Beim Leerstandsmanagement sei man aber bereits erfolgreich gewesen. Blum sagt: "Fünf alte Häuser wurden bereits gekauft und umgebaut."