Kerpen | 16. Mai 2017

Bunte Geweihe und alte Nähmaschinen

Erster Dorftrödelmarkt in Kerpen kommt gut an bei Einheimischen und Gästen.
Kerpen (HG) Berndorf hat es vorgemacht, Kerpen zieht nach. Bei besten Wetterbedingungen wurde der erste Dorftrödelmarkt in Kerpen ein voller Erfolg. Vieles, was lange Jahre auf dem Dachboden, in Werkstätten, Garagen und Kellern Platz wegnahm oder nicht mehr gebraucht wurde, konnte nun angeboten werden.
Organisator Martin Grüning zeigte sich mit der Resonanz des ersten Dorftrödelmarktes zufrieden. "Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat. Rund 50 Kerpener Bürger und auch zwölf Auswärtige haben sich beteiligt", sagt er.
Der Trödelmarkt in Berndorf sei der Auslöser für ihn gewesen, auch in Kerpen einen Trödelmarkt zu organisieren. Kerpen bietet bislang nur zwei Veranstaltungen: den Handwerker- und den Weihnachtsmarkt und das im zweijährigen Rhythmus. Da diese im vergangenen Jahr gewesen sind, habe für dieses Jahr ein zusätzliches "Highlight" gefehlt.
"Das Wichtigste war für mich, Leben ins Dorf zu bringen", erzählt der Neu-Kerpener aus Erftstadt, der sich im Dorf sehr gut aufgenommen fühlt. Der Dorftrödelmarkt soll auch keine Eintagsfliege bleiben und im nächsten Jahr wieder veranstaltet werden.
Auch Ausstellerin Chrissie Rees aus Loogh sieht den sozialen Aspekt an erster Stelle. "Es geht hier gar nicht ums Geldverdienen, sondern darum, etwas ‚Community’ zu bekommen. Das ist wichtig", sagt die Engländerin.
Brigitte und Ludwig Krämer boten an ihrem Stand von Büchern, Taschen, Porzellan bis zum Schallplattenspieler und Platten alles an, was man braucht oder auch nicht. Auch eine uralte Schrankuhr aus Eiche war dabei, allerdings mit neuem Uhrwerk. 30 Euro sollte sie kosten - ein Schnäppchen. "Wir vermissen sie schon jetzt, aber sie passt einfach nicht mehr zu unserer Ausstattung", sagte Brigitte Krämer.
Von Büchern, Dirndl, Kleidung, Geweihen, Fahrrädern, Spielzeug, Telefonen, Schuhen, Werkzeug bis zum Sauerstoff-Inhalationsgerät reichte das Sammelsurium von nützlichen bis weniger nützlichen Dingen auf dem Trödelmarkt in Kerpen. Blickfang bei Hildegard Kloep war ein alte Singer-Nähmaschine. "Ich habe noch drei Stück davon und eine alte Adler-Nähmaschine, alle kann man ja nicht gebrauchen", erklärt sie. Am Stand von Elvira Frings sprangen bunte Geweihe ins Auge. "Die kann man gut als Aufhänger für Schmuck, Uhren oder Kleidung gebrauchen", sagt die Kerpenerin.