Üxheim-Niederehe | 16. März 2017 | Autor: Mario Hübner

Zum Schluss dampft und zischt es - K59 in Niederehe ist bald fertig saniert

Nach 20 Monaten Bauzeit neigt sich die Erneuerung der K 59 in Niederehe dem Ende zu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und bringt den Bewohnern auch erhebliche Vorteile.
Erst rumpelt, dann vibriert es heftig, und danach dampft und zischt es gewaltig: Bauarbeiter Steven Classen fährt mit der großen orangefarbenen Baumaschine mit ihrer mit Wasser benetzten Stahlwalze über den heißen Asphalt und verdichtet ihn zu einer glatten Oberfläche. Kurz zuvor hat Albert Haupricht mit der Mini-Walze vorbehandelt, nachdem weitere Kollegen mit Schaufel, Schieber und Rechen die heiße schwarze Masse gleichmäßig verteilt haben.

Classen fährt hin und her mit dem schweren Ungetüm, das nach Auskunft des Arbeiters mit acht Tonnen Anpressdruck das dampfende Material verfestigt. Und was sie an dieser Stelle machen, wiederholen sie an diesem Vormittag und die nächsten Tage noch an vielen anderen Einmündungen von Seitenstraßen, Feldwegen und des Kalkeifel-Radwegs in die Kreisstraße 59.

Die baut die Firma Kohl-Bau aus Irrel seit Juli 2015 aus, ein Ende ist aber bald abzusehen. Polier Lothar Becker sagt: "Noch zwei Wochen, dann sind wir mit allem fertig."
Ende dieser, Anfang nächster Woche soll - nachdem die 14 Zentimeter starke Asphalttragschicht überall aufgetragen wurde - dann auch der oberste, feine und vier Zentimeter dicke Asphaltbelag der neuen Straße den Feinschliff geben.

"Die Deckschicht wird komplett über die gesamte Ausbaulänge der Straße in einem Stück aufgetragen", erklärt Becker. Und das ist ein immenses Vorhaben, schließlich ist die Baustelle gut 1,8 Kilometer lang.
"Die Baulänge ist für eine Ortsdurchfahrt schon außergewöhnlich", sagt Becker. Dennoch - und ungeachtet der zahlreichen Verzögerungen - fand er die Baustelle "schön".
"Es hat alles insgesamt lange gedauert, aber die Anlieger waren geduldig und sehr freundlich zu uns und haben uns nicht selten mit Kaffee und Kuchen versorgt. Dafür vielen Dank", sagt er im Namen seiner gesamten Mannschaft. Dennoch seien jetzt alle froh, "wenn wir nun bald fertig werden".

Die Verzögerungen haben sich wegen mehrerer Gründe ergeben: Zunächst war laut Polier Becker nicht vorgesehen, dass auch Stromleitungen neu verlegt werden. Als beim Ausbaggern dann aber festgestellt wurde, dass viele Leitungen anders liegen als im Plan verzeichnet und sie vom neuen Straßenverlauf überdeckt werden würden, wurden sie verlegt. Weiterhin haben sich etliche Bürger für schnelles Internet ausgesprochen und entschieden, Glasfaser-Kabel von den Anschlussstellen bis ins Haus legen zu lassen. Die ganzen neuen Hausanschlüsse für Internet, Wasser und Abwasser waren laut Becker dann auch "sehr zeitaufwendig". Aber wenn man schon einmal dran ist…

Neben der Firma Kohl-Bau sind an den insgesamt rund 1,8 Millionen teuren Sanierungsarbeiten die Verbandsgemeindewerke Hillesheim (Wasser und Kanal), die Telekom (Telefon und Internet) sowie das RWE (Stromleitungen) beteiligt. Natürlich wurde laut Ortsvorsteher Horst Wirtz die Gunst der Stunde genutzt, den Ort mit schnellem Internet zu versorgen. Er sagt nicht ohne Stolz: "In Sachen Breitbandverbindung stehen wir mit Übertragungsraten von bis zu 50 MB pro Sekunde kreisweit jetzt ganz vorne." Und auch sonst ist er mit dem Ergebnis zufrieden, da das Dorf durch den Ausbau "enorm aufgewertet" wurde.
KOSTEN DES STRAßENBAUPROJEKTES
 
Extra
Das Straßenbauprojekt K 59 (Ortsdurchfahrt Niederehe) kostet 1,72 Millionen Euro. Davon entfallen 1,22 Millionen Euro auf den Straßenbau (Kreis), 215 000 Euro auf die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitungen (Verbandsgemeinde Hillesheim) und 282 000 Euro auf den Bau von Gehwegen und die Verlegung von Leerrohren für Glasfaserkabel (Gemeinde Üxheim).