Mandern | 19. Mai 2017

19 neue Baugrundstücke und ein Grenzfall

Die Ortsgemeinde Mandern stellt einen Investitionsplan auf. Die marode Brücke über die Ruwer liegt teilweise auch auf der Gemarkung Schillingen.
Mandern (doth) Die stolzen Beträge von 708 000 Euro in diesem und 2,4 Millionen Euro im nächsten Jahr will die Ortsgemeinde Mandern in ihre Infrastruktur investieren. Das Neubaugebiet Schneiderspfädchen mit 19 Baugrundstücken, der Ausbau der Schulstraße und Im Flürchen, große Reparaturen an der Siebenbornhalle und ein neues Arbeitsfahrzeug für den Gemeindearbeiter stehen auf dem Plan, der bis ins Jahr 2020 reicht. Bereits im September sollen die Bagger für die Erschließung der Bauparzellen anrücken. Eine weitere Baustelle soll entstehen, um das Haus Kossmann, das die Gemeinde in der Hauptstraße erworben hat, abzureißen.
Ganz unten auf der Liste schrieb Ortsbürgermeister Tim Kohley von Hand: Brücke an Wanderhütte 45 000 Euro. Aber das könnte sich zum Zankapfel mit Schillingen entwickeln. Das Ingenieurbüro Flesch hat festgestellt, dass 55 Prozent der Brücke über die Ruwer auf Schillinger Gemarkung liegen und nur 45 Prozent auf Manderner Seite.
"Die Brücke ist in einem schlechten Zustand und muss saniert werden", stellt Ortschef Kohley dazu in der jüngsten Ratsitzung fest. Dass sich beide Kommunen anteilmäßig an der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherungspflicht beteiligen, ist sein Wunsch. "Aber Schillingen blockiert", bedauert Kohley.
Der dortige Ortsbürgermeister Markus Franzen stellt gegenüber dem TV fest: "Die Brücke gehört nicht zur Hälfte Schillingen, sondern steht nur zur Hälfte auf Schillinger Gemarkung." Niemand könne mehr sagen, wer die wann einmal gebaut hat. Vor fünf Jahren habe Mandern gewünscht, den Wirtschaftsweg zu asphaltieren. Franzen: "Durch die erhöhte Fahrbahndecke ist jetzt das Geländer zu niedrig und muss mit Bauzäunen abgeschirmt werden."
Die ganze Brücke ist marode. Für Mandern sei das Bauwerk viel wichtiger, vor allem für Landwirte mit ihren Traktoren. Franzen spricht sich für eine touristisch interessantere Lösung aus: "Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer würde auch genügen."
Auf keinen Fall könne Schillingen etwas zustimmen, von dem niemand wisse, wie viel es koste. Wenn Beträge auf dem Tisch lägen, werde der Schillinger Rat über das weitere Vorgehen befinden. Jetzt sei aber erst einmal Mandern am Zug.
Markus Franzen legt Wert darauf, dass das sonst gute Verhältnis mit Mandern erhalten bleibt: "Mehr gegenseitige Information ist nötig."
Extra: NEUES ZUR KITA-SANIERUNG

Erweitert ist die Kindertagesstätte Mandern-Waldweiler bereits. Seit Oktober 2015 laufen Renovierungsarbeiten. Für rund 80 000 Euro wurden unter anderem neue Türen und Fenster eingesetzt, das Dach gedämmt und eine neue Heizung eingebaut. Weitere Kosten für einen Sonnenschutz und Pflasterarbeiten stehen noch nicht fest. Das Bistum zahlt einen Zuschuss von 33 000 Euro. Der Kreis gibt 21 000 Euro. Den Eigenanteil teilen sich die Ortsgemeinden Mandern und Waldweiler.