12. Juli 2017 | Autor: Ruth Marx Lampaden

Entscheidung mit der Brechstange

Schulpolitik
Zu "Der Schulzug für Hentern ist abgefahren" (TV vom 1. Juli):
Hier wurde eine gut funktionierende Schule ohne Not geschlossen. Diese politische Entscheidung wurde mit der Brechstange durchgesetzt. Pädagogische Handlungsanweisungen für gelingende Übergänge und gesunder Menschenverstand wurden einfach ignoriert. Man hat den dritten Schritt vor dem ersten gemacht. Keine der beteiligten Verwaltungsebenen (Verbandsgemeinde, Kreis, ADD) ist bereit, für diese katastrophale Vorgehensweise geradezustehen. Sie alle haben sich weggeduckt unter dem Vorwand, dass die kurzfristige Umsetzung der Schulschließung in Hentern nicht in ihrer Verantwortung gelegen habe. Dabei hätten diese Stellen es in der Hand gehabt, die Reißleine zu ziehen und - wenn überhaupt - wenigstens strukturiert vorzugehen. Man hätte zuerst den Schulstandort Zerf zukunftsfähig gestalten und dann eine Zusammenführung mit den betroffenen Schulen planen sollen, so wie es pädagogisch sinnvoll ist. Es bleibt die Frage: Warum diese Eile? Diejenigen, die das ausbaden mussten und müssen, sind unsere Kinder. Das Ganze wird auch tiefe Spuren bei der Elternschaft hinterlassen, was das Vertrauen in unsere politischen Vertreter betrifft.
Ruth Marx
Lampaden