Hermeskeil/Kostenbach | 18. April 2017 | Autor: Ursula Schmieder

Neugierig auf Land und Leute

Die Hermeskeiler Abiturientin Maren Müller hat sich für ein Freiwilligendienstjahr in Peru entschieden. Zuvor lädt sie zu einem peruanischen Abend ins Johanneshaus ein.
Hermeskeil/Kostenbach Kaum hat die Hermeskeiler Gymnasiastin Maren Müller ihr Abiturzeugnis erhalten, trifft sie Vorkehrungen für ein Jahr Südamerika. Bevor sie die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellt, will sie im Rahmen eines Freiwilligendienstes an einem "entwicklungspolitischen Projekt" in Peru mitwirken. Was sie dort genau zu tun haben wird und wo, weiß sie noch nicht. Möglicherweise werde sie an einem Umweltprojekt mitwirken oder auch in einem Kinderheim arbeiten, wo sie etwa Musikunterricht geben könnte. Denn sie spielt Klavier und Querflöte.
Am liebsten wäre ihr aber, praktische Erfahrung für ihren Berufswunsch Physiotherapie zu sammeln, was vorteilhaft für spätere Bewerbungen sein könnte. Unabhängig davon hofft sie, möglichst viel von Land und Leuten zu sehen: "Ich würde ja gern mal den Regenwald sehen und fände es schön, in Amazonasnähe zu wohnen." Doch fixiert darauf sei sie nicht. Auch andere Regionen seien sicher total spannend, ist die 18-Jährige überzeugt, deren Neugier für das Land schon in der Grundschule geweckt wurde - von einem in der Peruhilfe Kastel aktiven Lehrer.
Vor ihrer Abreise gibt es aber noch viel zu tun. So besucht Maren ab Juni zwei fünftägige Vorbereitungsseminare und aktuell einen Spanischkurs, um sich nach sieben Jahren Französisch und zwei Jahren Latein Grundkenntnisse anzueignen. Parallel dazu bereitet sie einen peruanischen Abend mit landestypischem Viergangmenü und Musik vor. Karten für Samstag, 29. April, ab 19 Uhr im Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus (MGH) Johanneshaus gibt es in der Buchhandlung Lorenzen. Der Erlös geht an den Verein AFS Interkulturelle Begegnungen (siehe Info) und dient der Finanzierung von Marens Weltwärts-Freiwilligendienst. Während AFS die Kosten trägt, sind Teilnehmer aufgefordert, einen Förderkreis aufzubauen, um ihren Unterhalt vor Ort zu finanzieren. Bereits im Spendentopf sind der Erlös einer Schuh-Sammelaktion und der einer Party im Jugendclub.
Denn das Konzept basiert auf Unterstützern. So kocht ein Bekannter ihres Vaters das peruanische Menü: Pastel de choclo - Maiskuchen, gefüllt mit Fleisch, wahlweise vegetarisch, Ceviche - in Zitrone marinierter Fisch, Rocoto Relleno - scharfe Paprika, gefüllt mit Hack und Mazamorra Morada - Fruchtpudding auf Basis von lila Mais. Die Organisation liegt in Marens Händen, die dabei von ihrem Freund unterstützt wird. Er sei selbst schon mal für ein Jahr weg gewesen und habe Verständnis dafür: "Klar, man vermisst sich dann - aber über soziale Netzwerke kann man sich ja gut verständigen." Ihre Eltern werden sich damit ebenfalls begnügen müssen. Ein Jahr sei ja schon eine lange Zeit, sagt Mutter Pia Müller.
Extra: JUGENDAUSTAUSCH MIT AFS INTERNATIONAL

AFS International bezeichnet sich als "Mittler zwischen den Kulturen" und "einer der weltweit erfahrensten und größten gemeinnützigen Anbieter für Jugendaustausch und interkulturelles Lernen". Ursprung ist die amerikanische Organisation "American Field Service". Sie wurde von freiwilligen Sanitätswagenfahrern gegründet und entwickelte sich seit 1948 zu einer Gemeinschaft mit mehr als 60 Länderorganisationen. Die deutsche AFS Interkulturelle Begegnungen ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien Jugendhilfe. Quelle: www.afs.de "weltwärts" ist ein Gemeinschaftswerk des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Zivilgesellschaft (www.weltwaerts.de).