Hermeskeil | 11. August 2017 | Autor: Christa Weber

Sanierung der Grundschule Hermeskeil: Neues Schuljahr beginnt im Ausweichquartier

Weil die Hermeskeiler Grundschule für 3,5 Millionen Euro umfassend saniert wird, starten die neuen Erstklässler ihren Unterricht in Unterkünften auf dem Hof. Im Gebäude ist seit Beginn der Arbeiten im Sommer 2016 einiges passiert.
Mancher Hermeskeiler hat in den vergangenen Tagen vielleicht einen Blick auf den Hof der Grundschule geworfen und sich gewundert. Innerhalb kürzester Zeit ist dort ein neuer Gebäudetrakt entstanden, der allerdings nicht auf Dauer bleiben wird.

Die Unterkünfte sind als Klassenzimmer für die neuen Erstklässler gedacht, die am Dienstag eingeschult werden. Sie sollen dort unterrichtet werden, solange im Schulgebäude umfangreiche Sanierungsarbeiten laufen.

Im Innern der Ausweichquartiere machen sich Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, Bauamtsleiter Harald Haubricht, Schulleiterin Sabine Mitrenga und Architekt Hans-Peter Kolz ein Bild von den Klassenzimmern, an denen Arbeiter noch letzte Feinarbeiten vornehmen. "Wir sind sehr zufrieden", sagt Rektorin Mitrenga. "Zum Schulstart wird alles bereit sein, und wir sind hier gut versorgt." Die Akustik sei sogar besser als in einigen Klassenräumen.

Insgesamt sechs Module sind miteinander verbunden, jedes ist zwölf mal 3,50 Meter groß. Geliefert hat sie die Firma Cramo Adapteo aus Frankfurt, die sich an skandinavischer Bauweise orientiert. Gabriele Tertilt, zuständig fürs Marketing, erklärt: "Es sind eben keine Stahlcontainer, wie man sie so kennt. Die Module bestehen aus Holz." Die Fassade ist mit dunkelgrauen Faserzementplatten verkleidet. Die Bauweise ähnele der eines Passivhauses, sagt Tertilt. Die Fenster seien dreifach verglast, die Wände gedämmt, und eine Lüftungsanlage sorge für "permanent frische Luft, was für die Konzentrationsfähigkeit der Kinder ja wichtig ist".

Die Kinder sollen auch mittags in den Räumen betreut werden. Über einen geplanten überdachten Zugang zum Hauptgebäude kämen sie "schnell und trockenen Fußes" zu Mensa und Toiletten, sagt Bauamtsleiter Haubricht. Auch der VG-Chef ist zufrieden: "Wir haben uns bewusst für diese hochwertige Lösung entschieden." Laut Haubricht waren alternative Container-Angebote zudem teurer als die nun aufgestellten Holzmodule.

Die Erstklässler ziehen vorerst nicht ins Schulgebäude, weil dort der zweite von insgesamt vier Abschnitten der Generalsanierung begonnen hat. In den Sommerferien 2016 ging es los mit dem 3,5 Millionen Euro teuren Projekt, das die VG als Schulträgerin ohne öffentliche Zuschüsse stemmt. Architekt Kolz zeigt bei einem Rundgang, was sich bereits getan hat. Im Erdgeschoss des Neubaus wurden alle Toiletten erneuert, im Flur neue Fenster eingesetzt und zusätzliche Räume eingerichtet. Das sei ein Wunsch der Schule gewesen, in der seit 2011 auch Kinder mit Behinderung unterrichtet werden. Nun gibt es ein Behinderten-WC, einen Erste-Hilfe- und einen Hausmeisterraum. "Wir hatten erst über einen Anbau nachgedacht", sagt Hülpes. Da die Pausenhalle aber nicht in voller Größe gebraucht worden sei, habe man Teile davon abtrennen und dort die neuen Räume einrichten können.

In Bauabschnitt zwei sind nun Mensa und Klassenräume im Obergeschoss dran. An den Decken sei aufgefallen, dass man dort in Sachen Statik und Brandschutz nachbessern müsse, sagt Kolz. Damit hätten die Arbeiter bereits begonnen. Sobald der Neubau fertig sei, gehe es im Altbau weiter. Der wurde 1935 gebaut (siehe Info), entsprechend hat der Zahn der Zeit an den Leitungen genagt. Die Fenster sind zum Teil nur einfach verglast. "Es war keine Frage, dass wir hier etwas tun müssen", sagt Bürgermeister Hülpes. Während der Sanierung des Altbaus müssten dann die Schüler aus diesem Gebäudeteil in die Holz-Quartiere ausweichen, die anderen könnten wieder im Neubau unterrichtet werden.

"Die Module sind für 20 Monate gemietet, bis dahin wollen wir drinnen fertig sein", sagt Kolz. Um den Schulbetrieb möglichst wenig zu stören, habe man Gerüste aufgestellt, damit die Handwerker nicht die Treppen nutzen müssten. Ganz zum Schluss werde der Schulhof neu gestaltet. "2019 soll alles fertig sein."
Extra: GEBÄUDE HABEN 80 JAHRE AUF DEM BUCKEL

Das Gebäude an der Schulstraße 19 in Hermeskeil wurde in den Jahren 1935/36 gebaut. Anfangs war dort die Volksschule untergebracht. 1960 wurde das Gebäude um eine Pausenhalle und einen Anbau mit sechs Klassenräumen erweitert. Seit dem 1. August 1973 beherbergt es die Grundschule Hermeskeil, die größte der fünf Grundschulen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Im Schuljahr 2017/18 werden dort 50 neue Erstklässler eingeschult, 238 Schüler werden es dann insgesamt sein (vorläufige Zahlen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier). Seit 2008/09 ist die Einrichtung Ganztagsschule, seit 2011/12 Schwerpunktschule, in der behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Zum Einzugsbereich zählen neben dem Stadtgebiet auch der Nachbarort Damflos. Ganztagsschüler kommen zudem auch aus Pölert, Geisfeld und Reinsfeld.