Thalfang/Muhl | 20. April 2017

Flechten, Moose und Rotalgen

Uni Koblenz stellt Forschungsergebnisse zum Nationalpark vor
Thalfang/Muhl (red) In einem Nationalpark darf die Natur sich frei entwickeln, möglichst unbeeinflusst von menschlichen Eingriffen. Doch was ist der Ausgangspunkt dieser natürlichen Entwicklung? In der nächsten Nationalpark-Akademie am Montag, 24. April, stellt die Universität Koblenz Arbeiten im Nationalpark vor. Die Veranstaltung zum Thema Wasserhaushalt startet um 19 Uhr in der Nationalparkkirche in Muhl. Biologen und Geografen vom Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau forschen im Nationalpark. Sie haben sich mit folgenden Fragen beschäftigt: Wo finden sich Spuren der menschlichen Nutzung im Nationalpark? Wie veränderte die intensive Nutzung die Böden, die Gewässer und die Vegetation?
Das rund 10 000 Hektar große Gebiet des Nationalparks Hunsrück-Hochwald wurde über Jahrhunderte intensiv durch den Menschen genutzt - als Quelle für Holz, Holzkohle und Eisenerz. Hangmoore wurden trocken gelegt, Fichten peu à peu aufgeforstet und Plätze für Kohlenmeiler angelegt. Die Ansiedlung von Mühlen sowie die Gewinnung und Verarbeitung von Eisenerzen hinterließen bleibende Spuren. Auch nach der Umwandlung des Gebietes in einen Nationalpark sind Gewässer, Böden sowie Flora und Fauna noch stark durch die menschlichen Eingriffe geprägt.
In Kurzvorträgen werden jetzt in der Nationalpark-Akademie Forschungsansätze und erste Ergebnisse vorgestellt. Dabei geht es um das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt im Nationalpark in den vergangenen Jahrhunderten. Es geht um die Themen Wasserrückhaltung von Hangmooren. Anschließend werden Lebensgemeinschaften der besonderen Art präsentiert: Flechten, Moose und Rotalgen im Nationalpark.
Extra: VORTRAGSREIHE ÜBER DEN NATIONALPARK

Die Nationalpark-Akademie ist eine Veranstaltungsreihe des Nationalparks Hunsrück-Hochwald und des Naturparks Saar-Hunsrück für die Nationalparkregion. Die Vortragsreihe will Erkenntnisse der Natur, Heimat- und Kulturgeschichte, Geologie und Archäologie oder der Regional- und Tourismusentwicklung vermitteln und den Dialog mit den Bürgern eröffnen.