Neumagen-Dhron/Büdlich | 18. April 2017 | Autor: Hans-Peter Linz

Straßen sollen besser werden

Das Land verspricht 121,4 Millionen Euro für den Straßenbau. Auch im Bereich Neumagen-Dhron und im nahen Hunsrück sind Projekte geplant - allerdings dauert es noch.
Neumagen-Dhron/Büdlich 400 Bauvorhaben, davon sieben Neubauten, 121,4 Millionen Euro für den Straßenbau - mit dieser Nachricht sorgte Verkehrsminister Volker Wissing für Schlagzeilen. Mit der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2017/2018 habe der Landtag den Weg für das neue Landesstraßenbauprogramm freigemacht, hieß es in einer Pressemitteilung der Landesregierung. Von den 121,4 Millionen Euro pro Jahr sind 95 Millionen Euro reine Bauausgaben, das seien zehn Millionen Euro mehr als 2016, heißt es weiter.
"Die 95 Millionen Euro reine Bauausgaben sind der zweithöchste Wert in der Geschichte des Landes. Wir haben mit Blick auf die gestiegenen Ausgaben des Landes sowie des Bundes 76 neue Ingenieursstellen beim Landesbetrieb Mobilität geschaffen und erhöhen auch die Ausgaben für Aufträge an externe Ingenieurbüros auf 35 Millionen Euro", sagte Verkehrsminister Volker Wissing.
Die 393 Einzelmaßnahmen umfassen die Bereiche Erhaltung, Um- und Ausbau von Fahrbahnen, Knotenpunkten, Bauwerken und Radwegen mit Ausgaben von 69,5 Millionen Euro im Jahr. Für sieben Neubauvorhaben sind jährlich je sieben Millionen Euro eingeplant. Weitere 18,5 Millionen Euro pro Jahr stehen zur Verfügung für kleinere Baustellen und Sanierungen sowie für die Beseitigung von Winterschäden.
Was bedeutet das konkret für den Bereich Mosel und den angrenzenden Hunsrück? Und vor allem: Wann gehen die Arbeiten los? Es sind vier Projekte genannt worden. Die L 155 bei Papiermühle für 1,6 Millionen Euro, die Ortsdurchfahrt Dhron (L 156) für zwei Millionen Euro, der Ausbau der L 150 bei Büdlicherbrück für eine Million Euro und die Sanierung der L 159 in der Ortsdurchfahrt Hinzerath für 1,4 Millionen Euro.
Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) sagt: "Das Landesbauprogramm 2017/18 wurde 2016 erstellt und vom Landtag beschlossen. Dabei wurden Annahmen getroffen, die nicht immer so eintreffen. Das kann unter anderem am Baurecht liegen, welches langsamer oder schneller eintritt."
Zur L 155 zwischen Papiermühle und Berglicht sagt der Experte: "In den vergangenen Jahren wurde bereits ein Teilabschnitt der L 155 ausgebaut. 2018 soll der dritte Teilabschnitt bis zur Einmündung Hauptstraße/Gräfendhroner Weg in Berglicht ausgebaut werden. Der Abschnitt hat eine Länge von 2,4 Kilometern. Wie in den Teilstrecken zuvor ist eine Sanierung der Fahrbahn mit einer Verbreiterung von 50 Zentimetern geplant. Gleichzeitig sollen die Stützmauern in diesem Abschnitt, soweit erforderlich, saniert werden. Es ist beabsichtigt, das notwendige Abstimmungsverfahren bis zum Ende diesen Jahres abzuschließen." Also: grünes Licht für die L 155 bei Papiermühle.
Beim Ausbau der Ortsdurchfahrt Dhron (L 156) sieht es so aus. Vom zweiten Halbjahr 2017 an sei der Ausbau der L 155 /L 156, Ortsdurchfahrt Neumagen-Dhron, vorgesehen, heißt es beim LBM. Die Arbeiten beginnen hinter der Einmündung zur B 53. Das Bauende an der L 156 liegt am Ortsausgang hinter der Kehre in Richtung Niederemmel. Das Bauende an der L 155 befindet sich am Ortsausgang Richtung Papiermühle. Bartnick: "Zunächst soll nur ein erster Teilabschnitt von der Einmündung B 53 bis zur Dhronbrücke ausgeschrieben werden. In der Ortsdurchfahrt ist die Fahrbahn mit einer Breite von 5,50 Metern, mit Ausnahme der Engstellen, geplant. Außerdem soll mindestens ein einseitig durchlaufender Gehweg angelegt werden. Vorgesehen sind auch die Sanierungen der Dhronbachbrücke, der Mühlengrabenbrücke sowie der Stützwände an der L 155 am Ortsausgang in Richtung Niederemmel." Baurecht werde für Mitte des Jahres erwartet.
Für den Ausbau der Kreuzung L 150/L 158 bei Büdlicherbrück gilt laut Bartnick: "Man erkennt bereits in der Annahme der Mittelverteilung (300 000 Euro von 1 Million Euro für 2018), dass man davon ausgegangen war, dass ein Baubeginn frühestens im zweiten Halbjahr 2018 erwartet wurde." Realistischerweise könnte es daher tatsächlich erst nach 2018 losgehen. Diese Kreuzung gilt bislang als gefährlicher Unfallschwerpunkt.
Mit dem Ausbau der L 159, Ortsdurchfahrt Hinzerath, wird es auch dauern, frühestens geht es 2018 los, so der LBM. "Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Hinzerath ist im Anschluss an den Ausbau der B 269 Ortsdurchfahrt Gonzerath, wahrscheinlich ab dem zweiten Halbjahr 2018, vorgesehen", erläutert der LBM-Vertreter. Vorgesehen ist ein Ausbau der Fahrbahn mit einer Breite von sechs Metern und Gehwegen auf beiden Seiten mit einer Breite von 1,5 Metern. Das Baurecht wird für Ende des Jahres erwartet.