Thalfang | 16. Juli 2017 | Autor: Christoph Strouvelle

Thalfanger Handwerkermarkt: Eine Majestät besucht den Hunsrück

Der Thalfanger Kunst- und Handwerkermarkt hat auch in diesem Jahr wieder Tausende Besucher angelockt.
Hohe Qualität und Handwerkskunst, die selten geworden ist: Diese beiden Aspekte haben die Besucher des 23. Kunst-Handwerkermarkts in Thalfang beeindruckt. 130 Aussteller haben ihre Erzeugnisse in den Straßen vom Rathaus bis in den alten Ortskern Im Eck ausgestellt. "Eine besondere Nummer", findet Marc Hüllenkremer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thalfang, die zusammen mit der Ortsgemeinde den Markt ausrichtet. Dazu hatten auch die Thalfanger Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Schirmherr Thomas Auler, Vorsitzender des Hunsrückvereins, sagt, dass Kunst und Handwerk eine Verbundenheit bilden "Handwerk ist immer ein Stück Kunst", ist seine Folgerung. Und das bestätigt sich offenbar auf dem Thalfanger Kunst-Handwerkermarkt an vielen praktischen Vorführungen der Aussteller. Zum Beispiel am Stand des Stuhlflechters Günther Bachmann aus Kirschroth bei Bad Sobernheim. Er hat seinen Pavillon gar mit einem großen Schild "der Letzte seines Standes" dekoriert. "Ein paar gibt es noch, aber in der Region bin ich wohl der Einzige", sagt er. In mühsamer Detailarbeit flechtet er mit Fasern aus Rattanpalmen Sitzflächen und Rückenlehnen von Stühlen, so wie sie früher einst üblich gewesen sind. Für eine Sitzfläche benötigt der Hobbyflechter 28 Stunden, sagt er. "Eine Geduldsarbeit, nichts für schwache Nerven", lacht er.

Doch ist dies nicht die einzige praktische Vorführung gewesen, die die Besucher beeindruckt hat. Gegenüber des Stuhlflechters zeigt der Metallkünstler Samy R.R. Vermeulen aus Oberbrombach den neugierigen Betrachtern eine glühende Metallrose, die er gerade aus dem Feuer geholt hat. Da schnitzt der gebürtige Guineer Pape Sidinkoma an einer Holzfigur, während direkt daneben Walter Schultheiß aus Brücken bei Birkenfeld Körbe flechtet und Besucher an einer Kurbel unter Anleitung selber ein Seil drehen, während von der anderen Seite die Hammerschläge einer Besteckkünstlerin klingen, die Gabeln und Löffel zu bringen und Armbändern umformt.

"Irgendwo ist immer was los", sagt Ortsbürgermeister Burkhard Graul zu dem "aktiven Rahmenprogramm", wie er es nennt. Dazu gehört auch der Besuch der Holunderkönigin Andrea Rünz aus Kettig, die mit Krone und Tracht alle möglichen Holunderprodukte vom Fruchtaufstrich bis zum Holunderwein anbietet. Wieviel Menschen an diesem Sonntag nach Thalfang gekommen sind? "Mehr als im Vorjahr, und da haben wir 10 000 geschätzt", sagt er.

Die Zuschauer haben das Programm sichtlich genossen, so wie Andreas und Steffi Benndorf aus Gonzerath, die den Markt regelmäßig besuchen. "Das kann man sich nicht entgehen lassen", sagt Andreas Benndorf. "Hier begegnet man altem Handwerk, das man nicht mehr jeden Tag sieht", sagt er. "Es sind viele individuelle Sachen aus ursprünglichem Handwerk so wie man es sich wünscht, wenn man einen Kunst- und Handwerkermarkt besucht", sagt Friedrich Kohl aus Bruch in der Eifel. Doch noch ein weiteres Merkmal macht den Erfolg der wahrscheinlich besucherstärksten Veranstaltung in Thalfang aus, meint Detlef Jochem aus Dhronecken: "Kontinuierlich auf Qualität setzen und das Niveau bewahren: Deshalb ist der Thalfanger Kunst- und Handwerkermarkt ein Besuchermagnet."