Konz-Könen | 11. August 2017 | Autor: Nathalie Hartl

B-51-Ortsumgehung Konz-Könen: Endspurt für ein Mammutprojekt (Video)

Ein paar Spatenstiche für die Sicherheit stehen noch an. Doch Ende des Monats ist es so weit: Die Ortsumgehung Konz-Könen wird für den Verkehr freigegeben. Wie es vor Ort ausschaut, hat sich der TV angesehen.
Kilometerweit schlängelt sich die unberührte Fahrbahn an Konz-Könen vorbei. Die Spuren wurden bereits markiert, und auch ein paar illegale Sprayer haben den neuen Abschnitt der B 51 schon inoffiziell eingeweiht. Die Aufschrift "Dope", die auch als Synonym für "cool" gebraucht wird, ziert einen Brückenpfeiler, der sich über den glatten Asphalt spannt. Ob die Graffiti-Sprüher damit sagen wollen, dass sie sich über die Umgehungsstraße freuen, für die die Bürgerinitiative 16 Jahre gekämpft hatte?

Sicher ist, dass es viele Könener gibt, die der Eröffnung der Straße bereits entgegenfiebern. Denn seit dem ersten Spatenstich sind fünfeinhalb Jahre vergangen. 24 Millionen Euro sind in den Bau der vier Kilometer langen Umgehung geflossen. Am 23. August hat das Warten ein Ende: Dann werden sich Bürger und Politiker in der Nähe der Zufahrt zum Gewerbegebiet Granahöhe versammeln. Ein Band wird entlang der Fahrbahn gesperrt werden und - schnipp, schnapp - der Weg schließlich freigegeben.

Bevor die ersten Autos über die neue B 51 rollen können, muss jedoch noch der Feinschliff her. "Viele Fleißarbeiten stehen noch an", sagt Andreas Lamberty, Leiter des Baubüros. Das bedeutet konkret, dass Schutzplanken am Straßenrand errichtet werden. Außerdem ergreift das Team Maßnahmen, um Tiere von der Fahrbahn fernzuhalten. Ein paar Bauarbeiter versenken dazu Kunststoffplatten im Boden. "Untergrabungsschutz" nennt Lamberty die unterirdischen Absperrungen, die Kaninchen, Dachse oder Hasen daran hindern sollen, sich vom benachbarten Acker aus zur Verkehrsader zu wühlen. Aus einer Baggerschaufel schippen die Arbeiter Beton auf die rotbraune Erde am Rande des zukünftigen B 51-Teilstücks. Oberhalb des Untergrabungsschutzes entsteht ein Wildschutzzaun. Doch das sind nicht die einzigen Sicherheitsvorkehrungen für tierische Besucher.

Neben einer begrünten Wildbrücke finden sich auch "Fledermaus- und Amphibiendurchlässe". Diese verlaufen unter der Fahrbahndecke und ermöglichen es den Wildtieren, ungestört unter dem Verkehrsstrom auf die andere Seite zu fliegen, zu kriechen oder zu hüpfen. "Elf Durchlässe sind für Fledermäuse vorgesehen und zwölf für Amphibien", sagt Lamberty. Dass sich unter der Fahrbahn Fledermausdurchlässe befinden, erscheint zunächst verwunderlich. Schließlich können die Säugetiere fliegen und die Verkehrsader theoretisch durch die Luft überqueren. Beobachtungen zeigen aber, dass Fledermäuse das Überfliegen stark befahrener Straßen meiden, um nicht mit Fahrzeugen zu kollidieren. Stattdessen nehmen sie Umwege in Kauf, um durch Unterführungen auf die andere Seite ihres Jagdgebiets zu gelangen.

Rechts und links ist die Straße an manchen Stellen von Bäumen umgeben. Hier steht ein weiterer Trupp in oranger Montur. Statt Waldgeräuschen erklingt ein ohrenbetäubender Technobeat. Im gleichmäßigen Takt hämmert eine fahrbare Maschine auf den Boden ein. Meter für Meter richten die Arbeiter so die Schutzplanken her. Die Stimme des Bauleiters kämpft gegen den Geräuschpegel an: "Mit Luftdruck werden die Stahlpfosten in den Grund gerammt."
Bis in zwei Wochen (23. August) sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dabei lief nicht immer alles wie geplant, denn die ursprünglich beauftragte Baufirma ging in Insolvenz und konnte das Projekt nicht abschließen. Obwohl der darauf folgende Baustopp nur drei Monate dauerte, verzögerte sich die Fertigstellung um circa ein Jahr. Grund dafür: Gerade in den Sommermonaten, in denen das beste Bauwetter herrscht, lagen Schaufel und Spaten in der Ecke. Diese Sorgen gehören der Vergangenheit an. Laut Lamberty seien die wiederaufgenommenen Arbeiten reibungslos verlaufen. "Es ist toll, wenn man sieht, wie etwas wächst", sagt er. "Das war ein schönes Projekt."

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