Konz | 19. Mai 2017 | Autor: Christian Kremer

Ein Wunsch für die Könener Ortsumgehung

Die B 51 neu wird im Sommer fertig. Schon ab Ende Mai ändert sich die Verkehrsführung auf der B 419. Vor der Einweihung der Ortsumgehung hat ein Sprecher der Könener Bürgerinitiative für die Straße eine besondere Bitte.
Konz Erwin Carl hat 16 Jahre lang in der Bürgerinitiative (BI) für die Könener Ortsumgehung gekämpft. Nun steht der krönende Abschluss kurz bevor: Im August oder September wird die B 51neu laut Landesbetrieb Mobilität für den Verkehr freigegeben. Der 78-jährige Sprecher der BI hofft nun, dass alle Mitglieder der Initiative zur Einweihungsfeier eingeladen werden. Für eine seiner Mitstreiterinnen hat der Könener einen speziellen Wunsch: "Es wäre schön, wenn Barbara Thiel, meine ehemalige Kindergärtnerin, als Erste über die neue Straße fahren dürfte." Die rüstige 98-Jährige habe die Bürgerinitiative initiiert und sich deshalb die erste Fahrt verdient, sagt Carl.
Der Könener, der sich vor allem darauf freut, dass durch die Ortsumgehung der Schwerlastverkehr aus Könen verbannt wird, rät allerdings nur zu zurückhaltendem Optimismus. "Bisher hat man immer gut daran getan, wenn man nicht zu euphorisch war", sagt er mit Blick auf die langjährige Arbeit der BI. "Zudem hieß es ja immer, dass die Straße im Herbst fertig wird. Und der Herbst dauert ja bekanntlich bis zum 21. Dezember."
Vom Dezember will Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Trier, aber nichts wissen: "Die Arbeiten liegen sogar besser als erwartet im Zeitplan. Wir waren ursprünglich von einer Fertigstellung im Herbst/Spätherbst 2017 ausgegangen. Nun wird es noch Sommer 2017", sagt er zuversichtlich. Und der Sommer dauert kalendarisch bis zum 23. September, einen Termin für eine offizielle Feier gibt es jedoch noch nicht.
Für die Autofahrer wird sich laut LBM schon ab dem 29. Mai etwas ändern. Dann soll der Verkehr den Beton-Kreisverkehr zwischen Könen und Wasserliesch eingeschränkt nutzen können. Später verknüpft das Bauwerk die B 51 neu mit der B 419. Ab Ende Mai wird der Verkehr von der provisorischen Baustellenumfahrung in den Kreisel gelenkt. Für zwei Wochen muss deshalb auf der B 419 eine Ampel installiert werden (siehe Grafik), damit die Baufirmen die abschließenden Arbeiten an der Stelle erledigen können. Ab Mitte Juni rollt der Verkehr dann ohne Ampelschaltung über den neuen Kreisel.
Für die Ortsumgehung, die von der B 51 zwischen Könen und Ayl über 4,3 Kilometer zur B 419 führt, hat der Bund 24 Millionen Euro genehmigt. Bartnick meint dazu: "Gewisse Unsicherheiten bestehen noch. Aber: Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Kostenrahmen in etwa eingehalten." Es bestehe noch Ungewissheit, ob der Auftragsübergang von der insolventen Firma Betam auf die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Lehnen/Kohl gänzlich ohne Mehrkosten abschließe, führt der stellvertretende LBM-Chef weiter aus und bezieht sich damit auf das derzeit laufende Insolvenzverfahren (siehe Info). "Des Weiteren ist nicht auszuschließen, dass noch vonseiten der Baufirmen Nachtragsforderungen gestellt werden", sagt Bartnick. "Große Überraschungen werden aber nicht erwartet."
Insgesamt ist der LBM mit dem Verlauf der Arbeiten nach der Neuvergabe des Bauauftrags zufrieden. Trotz der relativ schlechten Ausgangslage wegen der recht ungünstigen Vorarbeiten der Firma Betam und dem bei Vertragsabschluss bevorstehenden Winter 2015/2016, seien die Erd-, Entwässerungs- und Oberbauarbeiten zur vollsten Zufriedenheit des LBM Trier erledigt worden, heißt es auf TV-Anfrage.
Zurzeit laufen laut der Behörde diverse Rest- und Angleichungsarbeiten auf der gesamten Strecke. Die temporäre Umfahrung an der B 419 müsse noch zurückgebaut werden. Aufwendig seien die Arbeiten für die Schutzplanken und den Wildschutzzaun, die ebenfalls in vollem Gange seien. Auch nach der Freigabe stehen noch Restarbeiten an.
Extra: INSOLVENZVERFAHREN UND ERMITTLUNGEN

Die Firma Betam Infrastructure GmbH hat im Jahr 2015 ursprünglich den Auftrag für die derzeitig laufenden Arbeiten übernommen. Im Juli 2015 musste sie Insolvenz anmelden. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt zudem seit mehr als einem Jahr wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs gegen mehrere führende Mitarbeiter der Firma ("Staatsanwälte ermitteln gegen Bochumer Baufirma", TV vom 19. März 2016). Sowohl die Ermittlungen als auch das Insolvenzverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Das Rechtsverfahren kann sich laut Landesbetrieb Mobilität über mehrere Jahre hinziehen. Der stellvertretende Leiter des LBM Trier, Hans-Michael Bartnick, sagt: "Der Insolvenzverwalter ist unseren Forderungen noch nicht nachgekommen."