Konz | 15. März 2017 | Autor: Christian Kremer

Frühlingsmarkt lockt Besucher nach Konz

Die Geschäfte in Konz sind am Sonntag, 19. März, offen. Ohne Markt auf dem Rathausplatz wäre das künftig wohl verboten.
Konz An 30 Marktständen bieten Händler am Sonntag, 19. März, auf dem Konzer Rathausplatz ihre Waren an. Christof Kramp, der den Frühjahrsmarkt zum zweiten Mal organisiert, sieht die Veranstaltung auf Wachstumskurs. 2016 waren es 20 Stände, nun sollen es zehn mehr sein.
"Das ist eine tolle Veranstaltung für Familien", sagt Kramp. Um Menschen in die Stadt zu locken und die Veranstaltung interessant zu machen, müssten immer neue Stände her (siehe Infokasten). Der Konzer Stadtmarketingverein (etwa 60 Mitgliedsbetriebe) hat Kramp 2016 ins Boot geholt, um genau das zu gewährleisten. Mit Unterstützung des Veranstaltungsprofis will der Verein wieder mehr Menschen nach Konz ziehen. Sabine Bast, zweite Vorsitzende des Gewerbevereins und Inhaberin des Fachgeschäfts für Unterhaltungselektronik Henkel & Bast in Konz, sagt: "Bis jetzt sind wir sehr zufrieden, sonst hätten wir ja nicht mit ihm weitergemacht."
Auch unter Berücksichtigung neuer Landesvorgaben, die für verkaufsoffene Sonntage unter anderem eine Anlassveranstaltung verlangen, dürften die Konzer am kommenden Sonntag ihre Geschäfte öffnen. Denn Märkte oder Großveranstaltung wie das für September geplante Kinderfestival locken Tausende Besucher in die Innenstadt. 2015 waren zum Beispiel 10 000 Menschen wegen des Kinderfestivals in Konz.
Laut Michael Naunheim, Pressesprecher der Konzer Verwaltung, sind die Anforderungen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) ohnehin zu spät im Rathaus angekommen, um die Planungen für das Jahr 2017 noch zu beeinträchtigen.
Die Rechtsverordnung für die diesjährigen verkaufsoffenen Sonntage (15. Januar, 19. März, 10. September und 5. November) sei schon im November erlassen worden, gleich nachdem der Verein Konzer Stadtmarketing die Tage beim Gewerbeamt beantragt habe. Das Schreiben der ADD sei erst am 6. Dezember eingetroffen, argumentiert Naunheim. "Für das kommende Jahr werden für alle geplanten verkaufsoffenen Sonntage diese zusätzlichen Anforderungen (Ersterwägung, Anlassbezug, Prognose Besucherströme) entsprechend bei der Prüfung berücksichtigt", verspricht der Verwaltungssprecher. Die Veranstaltungen im März und im September entsprächen ohnehin den Vorgaben.
Auch Geschäftsfrau Bast hat von den neuen Vorgaben gehört. Aus ihrer Sicht ist das für die meisten Konzer Geschäftsleute aber kein Problem. Mit Herbstmarkt oder Kinderfestival sowie dem bevorstehenden Frühjahrsmarkt gebe es zweimal im Jahr ausreichend Anlass, die Läden sonntags zu öffnen. Und zwei verkaufsoffene Sonntage reichten der Mehrheit der Konzer Geschäftsleute. Das habe eine Umfrage unter den Ladenbesitzern ergeben. Bast: "Die meisten Geschäfte in der Innenstadt sind inhabergeführte Läden." Da überlege man es sich zweimal, ob man vier Sonntage im Jahr öffnen wolle - allein wegen der zusätzlichen Arbeit.
An den anderen verkaufsoffenen Sonntagen nehmen nur größere Geschäfte wie Euroniccs oder Möbel Martin teil. Naunheim erwähnt sie nicht in seiner Antwort. Ob sie allerdings den Vorgaben der ADD entsprechen, muss für 2018 geprüft werden.
Hauptbetroffener einer möglichen Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage wäre Möbel Martin. Unternehmenssprecherin Daniela Thull-Bick, erklärt auf TV-Anfrage, dass die Regelung dem Unternehmen nicht im Detail bekannt sei. Allgemein setzt sie hinzu: "Die Reduzierung der offenen Sonntage auf zwei Mal pro Jahr wäre insbesondere mit Blick auf unsere Kunden, die uns aus Luxemburg und Frankreich aufsuchen, ein Rückschritt. Wenn dann noch die Maut dazukäme, wären die deutschen Einkaufsstätten deutlich betroffen." Vor allem ländliche Standorte könnten darunter leiden - gerade dort sorgten offene Sonntage für sehr viel Frequenz, führt Thull-Bick weiter aus.
Betroffen wäre auch Jörg Jenner, Geschäftsführer von Euronics XXL Funk: "Wir öffnen nur an zwei Sonntagen in Konz, aber für uns ist der März-Termin nicht so optimal." Die Filiale in Könen sei deshalb nur an den Sonntagen im September und im November offen.
PROGRAMM FüR SONNTAG

Extra
Der Frühlingsmarkt in Konz beginnt am Sonntag, 19. März, um 11 Uhr. Alle 30 Stände sind dann auf dem Rathausplatz aufgebaut. Organisator Christof Kramp sagt: "Neu ist, dass wir alles auf einem Platz machen." Der große Platz mitten in der Stadt sei ein Standortvorteil für Konz. Für Kinder werden ein Karussell, ein Stand mit Entenangeln und ein Blumenstand zum Mitmachen aufgebaut. Liedermacher Achim Weinzen sorge für Musik. Die Standbetreiber, die Kramp im Auftrag der örtlichen Geschäftsleute nach Konz bringt, bieten regionale Spezialitäten, Blumen oder frisch gebackenes Brot an. Es sind Kunsthandwerker dabei, die Gartendeko verkaufen. An einem Stand werden laut Kramp Handtaschen und Schmuck aus Recyclingmaterial angeboten. Zudem sind Autohändler vor Ort. Geparkt werden kann auf Parkplätzen hinter den beiden Verwaltungsgebäuden sowie im Kaufland-Parkhaus. Die Geschäfte öffnen zwischen 13 und 18 Uhr.