Konz | 17. Juli 2017

Vom Goggomobil bis zum Silberpfeil beim Konzer Old- und Youngtimertreffen

Stolze Besitzer und staunende Besucher treffen beim 33. Internationalen Konzer Old- und Youngtimertreffen aufeinander.
Konz (doth) Am Sonntag lag das Durchschnittalter der Autos, die im Raum Konz unterwegs waren, etwas höher als sonst. Viele Oldtimer hatten nur ein Ziel: Das 33. Konzer Old- und Youngtimertreffen des Motorsportclubs auf dem großen Parkplatz von Möbel Martin.
Acht Monate Organisationsarbeit lagen hinter Clubchef Olaf Pelz und seinem 70-köpfigen Team als er die rund 350 Lenker historischer Karossen begrüßte. Diesem Team habe er zu danken. Er sagte weiter: "Ich habe meine Leute an die Leistungsgrenze geführt." Überall wurde informiert, eingewiesen, bedient und Tipps weitergegeben. Wie viele Besucher gekommen waren, konnte Pelz nicht genau sagen: "Es sind viele, denn der Parkplatz ist voll."
Raritäten, Kuriositäten oder schlicht Legenden versammelten sich zu einem Kaleidoskop automobiler Ingenieurskunst. Einem Ingenieur, dem gebürtigen Konzer Alfons Löwenberg, hat die PS-Gemeinde gleich zwei Legenden zu verdanken. "Ich habe den Rallye-Kadett und den Golf GTI mitentwickelt", sagt der 81-Jährige. Gerade das Geschoss von VW sei damals bei den Marketingleuten abgeblitzt, denn: "Diese Leute kamen ja nie mit den Nutzern zusammen."
Bestrebungen, das Auto elektrisch anzutreiben, kann der Entwickler nur ein Schmunzeln abgewinnen: "Elektrisch liefen Autos schon, bevor es Benzinmotoren gab." Aber wenn 20 Millionen Urlauber unterwegs sind, die Ladestationen suchen, ist das für Löwenberg zumindest bislang eine unlösbare Aufgabe.
Nicht jedem Auto sieht man seine Bedeutung an. So etwa dem Käfer Baujahr 1971. Die Besitzer Viviane und Camille Diener aus Luxemburg erklären: "Das ist ein Polizeiauto der Luxemburger Stadtpolizei." Besonderes Merkmal: Rot und mit original Behördenkennzeichen. 2000 Stunden Arbeit stecken in der Legende, die Luc Marschal aus Luxemburg auf seinem Hänger auf den Parkplatz fährt: Ein Austin Seven Monoposto-Rennwagen aus dem Jahre 1927. Marschal: "Der war im Renneinsatz und ein solches Auto fuhr auch Rennfahrerin Kay Petre beim Rennen im englischen Donington." Diese Amazone habe damit gegen die Männer gewonnen. Besonderes Kennzeichen des Rennwagens: Er hat eine Straßenzulassung. "Ich könnte damit in Urlaub fahren", scherzt sein Besitzer. Wie schnell er ist, konnte der Pilot nicht nur am Tachometer, sondern auch anhand der Stoppuhren am Armaturenbrett messen. Mit dem MAF von Joseph Schmitt aus Echternach war auch das älteste Fahrzeug wieder da. Es ist Baujahr 1909 und das erste zugelassene Auto der Stadt. Ein weiteres rollendes Denkmal brachte die Feuerwehr Saarburg mit. Liebevoll nennen sie ihr Löschfahrzeug aus dem Jahre 1938 Santa Maria, eine Art Heiligsprechung historischer Löschtechnik.
"Sechs Liter, 350 PS- gigantisch", staunt Konrad Buschmann aus Nittel, als er vor dem Cadillac Eldorado von 1957 steht. Die Ausstattungsliste mit Klimaanlage, Servolenkung, ja sogar vier Zigarettenanzündern ist unheimlich lang, wird aber von einem Detail überstrahlt: Ein Autotelefon. "Das sind alles tolle Autos", findet Buschmann. Heutige Karossen würden ja vom Windkanal geformt, was ja zwangsläufig immer auf dasselbe hinausläuft. Was auf diesem Parkplatz versammelt war, kann dagegen schon als Kunst bezeichnet werden.
Extra: MSC KONZ

Der Motorsportclub Konz wurde 1974 gegründet. Er hat derzeit rund 100 Mitglieder. Der Club ist bekannt für viele interessante Motorsportveranstaltungen, bei denen es nicht immer um pure Geschwindigkeit geht, was besonders für den Oldtimerbereich gilt. Besonders stolz ist der MSC auf den Nachwuchs in der Kart-Junior-Klasse. Der Club hat seine Geschäftsstelle in der Adolf-Kolping-Straße 7 in Konz, Telefon 06501/65015247.