Köln | 19. April 2017

Ralf Rothmann erhält den Kleist-Preis

Köln (KNA) Der Schriftsteller Ralf Rothmann (63) erhält den Kleist-Preis 2017. Seine Literatur sei "geprägt von autobiografischen Erfahrungen, sie kommt aus der Arbeiterschaft", teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zur Begründung in Köln mit. Sie sei "meisterhaft in ihren lakonischen Alltagsschilderungen und folgt einer Ästhetik des Humanen aus genuin christlicher Verantwortung".

Der in Schleswig geborene gelernte Maurer arbeitete zunächst als Fahrer, Koch, Drucker und Krankenpfleger, bevor er sich der Literatur zuwandte. Themen seiner Romane sind Lebenssituationen im kleinbürgerlichen oder proletarischen Milieu, kleine Rebellionen, Ausbruchsversuche und Einsamkeit. Einige seiner Romane spielen im Ruhrgebiet und reflektieren besonders das Leben der Bergarbeiterfamilien und Jugendcliquen der 1960er und 1970er Jahre. Andere Erzählungen spielen in Berlin. Mit seinem 2015 erschienenen Buch "Im Frühling sterben" galt Rothmann (Foto: dpa) als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis. Doch der Autor bat seinen Verlag Suhrkamp, ihn gar nicht erst für den Preis zu nominieren.