Daun/Mainz | 14. Juni 2017 | Autor: Florian Schlecht

Wer geht hier mit wem ins Bett? Was beim Tatort Eifel auf die Krimi-Fans wartet (Video)

Beim Tatort Eifel kommen Krimifans im September auf ihre Kosten – mit finsteren Storys, Prominenten und einem Altkanzler-Sohn. Schauspieler Dietmar Bär verrät dazu, wie er es mit dem Fleischkonsum hält. Und wie steht es um die Schlafzimmer-Gesellschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer?
Was hält Dietmar Bär von einem Eifel-Tatort? Das verrät der Schauspieler in einem Video-Interview:

Einen kurzen Augenblick gerät Malu Dreyer ins Stocken. Der Satz von Regierungssprecherin Andrea Bähner, so manch einer gehe sonntags mit Dietmar Bär ins Bett, weil der als Kommissar Freddy Schenk doch immer im Kölner Tatort vor dem Schlafengehen spiele, bringt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin ins Grübeln. „Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass ich mit Ihnen ins Bett gehe. Da ist mir mein Mann schon lieber“, flachst Dreyer in Richtung des Schauspielers, der mit einem Lachen antwortet. Und in Mainz zugibt, dass er trotz des häufigen Running Gags mit dem Abschluss seiner Tatort-Filme an einer Currywurstbude immer weniger Fleisch esse, er Krimis untrennbar mit der Menschheit verknüpft sieht und sich sogar Ermittlungen des Kölner Tatorts in der Eifel vorstellen kann, natürlich nur innerhalb der Grenzen des Westdeutschen Rundfunks.

In die Vulkaneifel, also die Eifel in der Region Trier, zieht es Bär dagegen vom 15. bis 23. September zum Tatort Eifel – und mit ihm vielleicht wieder weit über 6000 Krimifans in der Region und Deutschland. In Mainz stellten die Veranstalter, Schirmherrin Malu Dreyer und Schauspieler Dietmar Bär das Programm vor. Klar ist: Die 30 Veranstaltungen für die Zuschauer bieten in der Vulkaneifel von Daun bis Hillesheim Schauspieler-Prominenz wie Gudrun Landgrebe, Fritz Wepper und Matthias Brandt, den Sohn von Altkanzler-Sohn Willy Brandt, der zu den Siegern des Roland-Filmpreis gehört (siehe Info). Es gibt Lesungen, Krimi-Klänge, Erinnerungen an Horst-Schimanski-Darsteller Götz George und die Premiere des Schwarzwald-Tatorts. Talente an Stift und Kamera können sich an kurzen Krimis und Filmen versuchen.

Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann, der Tatort Eifel 1999 gemeinsam mit Krimiautor Jacques Berndorf ins Leben gerufen hat, spricht von einer großen Fan-Gemeinde. Er sagt: „Wir freuen uns auf ein Gros des Krimigenres.“ Die alle zwei Jahre startende Veranstaltung weist ein Budget von 300.000 Euro auf, das zu gleichen Teilen vom Land über den Kultursommer Rheinland-Pfalz, den Vulkaneifelkreis und Sponsoren getragen wird. „Für den Etat ist es beachtlich, was in der Region entsteht“, sagt Schirmherrin Malu Dreyer. Nach Landrat Heinz-Peter Thiel, früher selbst Hauptkriminalkomissar, sind bereits jetzt etliche Hotelzimmer in der Dauner Umgebung für den September belegt. Er habe die Erfahrung, dass Gäste häufig auf Übernachtungsmöglichkeiten bis Koblenz und Trier ausweichen müssten. Dreyer, die in Trier lebt, scherzt, sie habe nichts dagegen, wenn die Besucher an der Mosel übernachten. Und läuft in den Konter von Dietmar Bär: „Frau Dreyer, dass ich bei Ihnen schlafe, wissen wir doch jetzt eh alle.“

Eine Auswahl des vorläufigen Programms:

Gudrun Landgrebe und mörderisch gute Musik: Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe eröffnet das Festival am 15. September, 20 Uhr, im Forum Daun mit der Krimi-Revue Arte Criminale. Dabei liest sie spannende Kurzkrimis vor, die in Klänge und Gefühle bekannter Krimisongs eingebunden sind.

Krimi in der Senioren-WG: Einen Krimi aus der Senioren-WG stellt Schauspieler und Regisseur Dominique Horwitz vor, der am 17. September, 20 Uhr, im Kinopalast Vulkaneifel in Daun aus seinem ersten Roman „Tod in Weimar“ vorträgt.

Erinnerungen an den Ruhrpott-Rambo:  Horst Schimanski war der Tatort-Kommissar, der als Ruhrpott-Rambo bekannt war. Verkörpert hat ihn der verstorbene Schauspieler Götz George, der bei Tatort Eifel auch schon den Roland-Preis gewann. Einstige Produzenten und Schauspielkollegen erinneren sich am 18. September, 20 Uhr, im Kinopalast Vulkaneifel an die Arbeit mit George.

Kabarett trifft Krimi: Die groteske Kriminalgeschichte „Tod unter Gurken“ mit Improvisation und Kabarett spielen dagegen Kai Magnus Sting, Henning Venske und Jochen Malmsheimer am 19. September, 20 Uhr, auf der Eifel-Film-Bühne in Hillesheim.
Schauspieler Fritz Wepper zeigt sich dagegen in der Vulkaneifel als „Die Beste“, ein Mann, der mehrere Menschen brutal ermordet hat. Im Anschluss an die Vorführung sprechen der Schauspieler und Autor Stephan Harbort über das Format, für das Harbort 50 deutsche Serienmörder interviewt hat. Die Veranstaltung ist am 19. September, 20 Uhr, im Kinopalast Vulkaneifel in Daun, Einlass ist ab 16 Jahren.

Autorin liest im Wohnzimmer: Eine Lesung der Autorin Melanie Raabe in seinem Wohnzimmer kann ein Eifeler dagegen für den 19. September, 20 Uhr, gewinnen.

Tatort-Premiere in der Vulkaneifel: Ebenso steigt die Premiere für den neuen Schwarzwald-Tatort am 20. September, 20 Uhr, im Kinopalast Vulkaneifel. Mit dabei sind die Schauspieler Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner.

Mörderisch und musikalisch: Die Gustav-Peter-Wöhler-Band spielt am 24. September, 20 Uhr, im Hotel Augustiner Kloster in Hillesheim Coverversionen von Rock-und-Pop-Klassikern. Schauspielerin Hannelore Hoger liest im Laufe des Abends eine mörderische Kurzgeschichte vor.
 
 
Preisträger und Tickets
(flor) Den Roland-Filmpreis gewinnen in diesem Jahr der Schauspieler Matthias Brandt für seine Rolle als Kommissar Hanns von Meufels im Münchener Polizeiruf 110 und die Krimireihe „Spuren des Bösen“ mit Heino Ferch. Tatort-Schauspieler und Jury-Mitglied Dietmar Bär ehrt die Sieger am 23. September beim Tatort Eifel in Daun. Preisträger waren auch schon Senta Berger und Götz George.

Tickets zu Veranstaltungen und weitere Infos gibt es unter www.tatort-eifel.de und bei Ticket Online. Für  Filmemacher und Autoren sind Wettbewerbe und Workshops ausgeschrieben.