14. April 2017

Dat sin déng Ouschteräer

Mit großen Schritten nähern wir uns dem wichtigsten Fest im Christentum: Ostern (Ouschteren). Wir haben an dieser Stelle bereits mehrfach auf die Luxemburger Traditionen hingewiesen.
Neben gefüllten Schokoeiern für die Brezelschenker an Halleffaaschten, dem speziellen Emaischenfest an Ostermontag mit den tönernen Péckvillchen und dem massenweisen Verschenken von gefärbten Eiern an Gott und die Welt vom Postboten über den Messdiener bis hin zum Gast im Lokal - alles dreht sich im Großherzogtum rund ums Ei.
Ein Ei ist kein Ei, und so werden mindestns drei Eier (Äer), bei besonderer Gunst auch vier Eier verschenkt. So heißt es denn auch: engem d’Ouschterär gin - jemandem die Ostereier geben.
Mit dem Osterei wird im ganzen Land getéckt. Die Eier werden an der Spitze (Spëtz fir d’Ä - Eierspitze nach vorn), an den stumpfen Enden (Aasch fir d’Ä - Eierpo) oder an den Seiten - Schadder - gegeneinander geschlagen. Das durchgeschlagene Ei verbleibt dem Sieger.
Beim Ticken wird gerufen: Spëtz fir d’Ä, däint fiirt entzwä - oder hochdeutsch: Ich schenke dir ein Osterei, wenn es bricht, dann hast du den (Eier-)Salat.
Die Sitte des Ostereierschenkens wird heute vielfach durch das Schenken von Geld oder kleineren Geschenken verdrängt, wobei jedoch gesagt wird:
dat as fir déng Ouschteräer (das ist anstelle deiner Ostereier) oder: dat sin déng Ouschteräer (das sind deine Ostereier)
Daneben gibt es natürlich auch noch zahlreiche Vokabeln rund um Ouschteren und Äer. Etwa:
Ouschterbéier
zur Osterzeit gebrautes Spezialbier
Ouschterblumm
Osterblume, vor allem gelbe Narzisse
Ouschterdag
Ostersonntag
Ouschterfeier
Osterfeuer
Ouschterfeierdeg
Osterfeiertage (Sonntag und Montag)
Ouschterhues
Osterhase
dafür auch nur: d’n Hues oder verniedlichend d’n Hieschen

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