14. Juli 2017

Eng Frell am Riesling

Was den Deutschen die Forelle blau, ist den Luxemburgern die Frell am Riesling, also die Forelle im Rieslingsud.
Ein Klassiker der Luxemburger Küche ist die Frell, also die Forelle, am liebsten im Rieslingsud. Doch bevor wir zu Tisch bitten, wollen wir uns noch vorher dem Vokabular rund um die Frell widmen. Schließlich wird der Fisch immer wieder gern für Vergleiche herangezogen. Etwa:
glat
glatt
monter
lebhaft
schmock ewéi eng Frell
schmuck, glänzend oder schlank wie eine Forelle
Und wenn jemand Aën ewéi eng Frell hat, ist das für die Augen desjenigen nicht unbedingt ein Kompliment.
Wer im Restaurant oder Hotel den Begriff der Portiounsfrell hört, kann sich sicher sein, davon satt zu werden, geht es hier doch um das Maß von 150 bis 200 Gramm, also e liicht halleft Pond
ein leichtes halbes Pfund
Wer nun allmählich Hunger bekommt, sollte Folgendes zur Hand haben: sechs Forellen, zwei Schalotten, 300 Milliliter Riesling, 250 Milliliter Sahne, 50 Gramm Butter, Salz und Pfeffer.
Die Forellen zunächst waschen. Die Schalotten fein hacken. Eine feuerfeste Form mit Butter bestreichen und den Boden mit den Schalotten bestreuen. Den Fisch in die Form legen und vorsichtig die obere Seite salzen. Den Wein angießen und mit Wasser oder Fischfonds auffüllen, bis die Forellen vollständig bedeckt sind. Mit Alufolie abdecken und auf der Kochplatte kurz erhitzen. Dabei darf die Flüssigkeit aber auf keinen Fall kochen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und den Fisch zehn bis 15 Minuten hineinstellen. Die Forellen herausnehmen, auf einen Teller geben und die Haut abziehen. Den Sud im Ofen oder auf der Kochplatte einkochen lassen oder mit Eigelb binden. Die Sahne angießen und nochmals einkochen, bis die Soße sämig ist. Die Forellen auf einer Platte anrichten und die Soße drübergießen. Als Garnitur eignen sich Petersilienzweige und Zitronenviertel. Dazu reicht man Salzkartoffeln.
Sabine Schwadorf
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