Luxemburg | 13. Juli 2017 | Autor: Markus Grabitz

Luxemburger Parlament verabschiedet Gesetz über den Abbau von Bodenschätzen im All

Luxemburg sichert sich vorsorglich die Rechte an den Rohstoffen im Weltall.
Luxemburg ist nicht sehr groß. Das Großherzogtum hat nur 550 000 Einwohner. Und auch der Regierungschef ist nicht sonderlich groß gewachsen. Aber Xavier Bettel denkt gerne groß. Luxemburg sei neben London das einzige Finanzzentrum in Europa, das hat er etwa kürzlich vor EU-Korrespondenten gesagt. Und dabei Frankfurt mal eben vergessen.

Jetzt hat er dafür gesorgt, dass sein Land in der ersten Reihe steht, wenn es darum geht, das Weltall wirtschaftlich auszubeuten. Das All gilt ja als wahres Rohstoff-Paradies. Vor allem Edelmetalle gibt es dort in Hülle und Fülle. Bevor es losgeht, müssen freilich noch ein paar technische Herausforderungen gelöst werden. Aber die Wissenschaft arbeitet daran.

Währenddessen hat sich Luxemburg schon einmal juristisch gerüstet: Donnerstag hat das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das den Abbau von Bodenschätzen auf Asteroiden regeln soll. Alles klar? „Major Tom to ground control. Found Cobalt on Vesta.“ So weit ist es noch lange nicht. Das ist Zukunftsmusik. Doch damit ist das kleine Land in Europa schon einmal ganz weit vorne. Es hat sich als erstes EU-Land einen Rechtsrahmen für den Fall gegeben, wenn eines Tages der Startschuss für die Suche nach Rohstoffen im All gegeben wird. Damit ziehen die Luxemburger mit den USA gleich, wo es so ein Gesetz schon länger gibt. Sie sind also richtige Pioniere.

Experten für Weltraumrecht sind zwar der Meinung, dass die nationale Gesetzgebung nicht ausreicht. Bevor es konkret werden kann mit dem Goldrausch und der Ausbeutung der Bodenschätze im All bedürfe es eines internationalen Rechtsrahmens. Das ist anders als damals im Wilden Westen. Dafür sind aber die Vereinten Nationen zuständig. Und die lassen mit dem fälligen multilateralen Weltraumvertrag auf sich warten. Doch man hüte sich, die gesetzgeberischen Aktivitäten im Nachbarland zu belächeln. Luxemburg ist ein wichtiger Hub für Zukunftstechnologien, die mit Asteroiden und dem All zu tun haben. Schon 1985 wurde hier mit staatlicher Hilfe das Unternehmen SES gegründet. Heute ist die Firma Weltmarktführer als Betreiber von Satelliten. Und Premier Bettel hat angekündigt, dass Luxemburg daran arbeite, eine Erkundungsmission ins All zu starten. Echt außerirdisch.