19. Mai 2017

E Patt Béier huelen

Im Rahmen unserer kleinen Reihe zu typisch kulinarischen Spezialitäten aus Luxemburg wollen wir uns heute ums Béier, also Bier, kümmern. Die Luxemburger haben vor allem eine Vorliebe für ihre eigenen Biere, auch wenn der Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 85 Litern im Vergleich zu Deutschland mit gut 100 Litern geringer ist.
Auch ist der Ausstoß der drei nationalen Brauereien mit rund 300 000 Hektolitern recht gering, nimmt man etwa die benachbarte Bitburger Brauerei mit einem Jahresausstoß von sieben Millionen Hektolitern zum Vergleich.
Dennoch sind die Luxemburger Brauereien in der Gesellschaft verwurzelt, sind sie doch immerhin teils älter als 250 Jahre: Die Brasserie Nationale braut die Marken Bofferding und Battin in Bascharage im Süden, die Brasserie de Luxembourg Mousel aus Diekirch im Osten die gleichnamige Marke und die Brasserie Simon aus Wiltz im Norden die Marke Simon.
Zudem haben vor einigen Jahren kleinere Brauereien begonnen, neue Absätze mit handgemachtem Bier zu erreichen: Clausel, Okult, Den Heischter, Ourdaller, Béierhaascht und Fox sind nur einige Namen. Die Luxemburger Brauereien sind zwar Spezialisten für Weißbier und Pils. Aber es gibt auch jahreszeitliche Varianten wie ein Weihnachtsbier und Maibock oder spezielle Zutaten und Verfahrensformen wie bei Dinkelbier, Fruchtbier oder Indian Pale Ale.
Hier noch einige Vokabeln:
e Patt Béier
ein Humpen Bier
e Patt Béier huelen
einen trinken gehen
engem de Béier ausruffen
einen ausschimpfen
Béierbraueschpäärd
schwerfälliges Pferd, auch ein Schimpfwort für einen Trampel
e Béierjong drénken
ein Glas in einem Zug leeren
Sabine Schwadorf
Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene" von Sabine Schwadorf,
Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro. www.volksfreund.de/kolumne
Kolumne Lexikon