Neumagen-Dhron | 17. April 2017

Toleranz und Wertschätzung

Die Steigerung von Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen: Das soll ein Projekt der Friedrich-Spee-Realschule in Neumagen-Dhron bewirken.
Neumagen-Dhron (red) Verschiedene Fächer und Jahrgänge beteiligen sich seit November an der Erarbeitung einer Ausstellung "Juden in Neumagen-Dhron" (der TV berichtete). Die Schüler gestalten zum einen Schaufenster in Neumagen und präsentieren ihre Ergebnisse dort und im Rathaus. Anlass war der Kontakt zum Arbeitskreis Judentum und dem Emil-Frank-Institut Wittlich, die gerne ihre detaillierten Recherchearbeiten zu den ehemaligen jüdischen Bewohnern in Neumagen und den umliegenden Dörfern publik machen und am 9. Juni auch eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof aufstellen wollen.
Beteiligte Fächer sind Geschichte (NS-Zeit, Erstellen einer großen Mind-Map zu den Einzelschicksalen), Deutsch (Lesen entsprechender Lektüren, Zeitzeugeninterviews), Religion und Ethik (Grundlagen der Religion und berühmte jüdische Persönlichkeiten, Phasen des Antisemitismus), Englisch (E-Mail-Kontakt mit Nachkommen aus den USA), TuN (Nachbau der ehemaligen Synagoge), Kunst (Chagallbilder, Leinwände zu jüdischen Festen), Sozialkunde (Nahostkonflikt) und Musik (jüdischer Tanz, Lieder). Zudem wurde ein Gedenkbuch von allen Klassen der Schule mitgestaltet.
Des Weiteren führte und führt der Fachbereich Ethik und Religion einen interreligiösen Exkurs zu den abrahamischen Religionen durch, dessen Ergebnisse ab dem 2. Mai auch Teil der Ausstellung "Juden in Neumagen" sind.
Das Besondere an diesem Projekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Arbeitskreis Judentum, Emil-Frank-Institut Wittlich und den Gewerbetreibenden im Ort, die Schauflächen zur Verfügung gestellt oder wie einer Schreinerei, die den Ambo für das Gedenkbuch gebaut hat.

Ziel des Schulprojektes ist neben der Erarbeitung von Grundlagenwissen zu den Religionen und zum Leben der Juden in Neumagen insbesondere die Steigerung von Achtung, Toleranz und Wertschätzung gegenüber anderen Religionen und Kulturen. Dies soll Grundlage für ein friedliches, harmonisches Zusammenleben an der Schule und in der Gesellschaft sein.