Piesport | 20. März 2017

Wie die Piesporter Welt bunter geworden ist

Eine Integrationsgruppe hat zum Frühlingsfest der Nationen eingeladen. An diesem Tag förderten nicht zuletzt die Kinder den Dialog zwischen den Kulturen.
Piesport (bg) Der wohl beliebteste Einwohner Piesports an diesem Tag heißt Josef und ist gerade mal drei Monate alt. Mit geradezu moselländischer Gelassenheit lässt er sich von Arm zu Arm weiterreichen und überwindet dabei mühelos die Grenzen zwischen den Erwachsenen. Er ist das jüngste Kind der Familie Al Ali, die als erste der syrischen Flüchtlinge vor zwei Jahren nach Piesport kamen.
Josef heißt er nach Josef Thomé aus Wintrich, der gemeinsam mit seiner Frau Ellen die Familie von Anfang an begleitet. Sie haben ein Häuschen als Unterkunft zur Verfügung gestellt und gehofft, dass darin eine Familie eine neue Heimat findet. Und das ist gelungen.
Heute, unzählige Behördengänge, Arztbesuche, Alltagsprobleme und Deutschstunden später sind sie zusammengewachsen. Die Thomés sind auch Mitbegründer der Integrationsgruppe Piesport, die mit diesem Fest allen Helfern für ihr Engagement danken möchte. Die Integrationsgruppe rund um den Koordinator Ewald Meuren besteht aus einem 30-köpfigen Team ehrenamtlich tätiger Frauen und Männer zwischen 17 und 70 Jahren. Die Vielfalt dieser Mitglieder fördert die Effektivität: Eingeteilt in Ressorts kann jeder das einbringen, was er am besten kann.
"Die Welt wird bunter, auch in Piesport", findet Ortsbürgermeister Stefan Schmitt, der auch Mitglied der Integrationsgruppe ist. Für ihn ist es wichtig klarzustellen, dass die Flüchtlinge - in Piesport leben 50 - niemandem etwas wegnehmen, sondern einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft leisten können.
Genau wie die anderen 150 Piesporter mit ausländischen Wurzeln. Aus 27 Nationen kommen diese zehn Prozent der Einwohner des Moselortes. Aus allen fünf Kontinenten bringen diese Bürger ihren Teil zum bunten Leben mit. Was das im Einzelnen ist, zeigen die Grundschüler anhand von Collagen.
Wie die Hilfe der Gruppe im Ausland konkret ankommt, veranschaulicht Matthias Krämer, Diözesanreferent der Malteser. Bilder und ein Film zeigen den Weg eines Kartons mit Hilfsgütern bis in ein ukrainisches Waisenhaus. Aktuell werden noch Fahrer zur Tafel nach Wittlich gesucht.
Nähere Info unter E-Mail EMeuren@t-online.de