Schönecken | 16. März 2017 | Autor: Frank Auffenberg

Das Ziel vor Augen

In Schönecken müssen Hausbesitzer und Ortsgemeinde Gas geben: In zwei Jahren läuft das Dorferneuerungsprogramm aus. Höchste Zeit, um die letzten Projekte zu planen.
Schönecken Erhebliche Verkehrsprobleme, eine hohe Leerstandsquote und marode historische Häuser: Als Anfang des Jahrtausends die Sanierung des historischen Ortskerns des Burgfleckens langsam Fahrt aufnahm, war viel Fantasie nötig, um eine Zukunftsvision zu entwerfen (der TV berichtete). Fünfzehn Jahre nachdem das Dorferneuerungsprogramm erste Spuren hinterließ, ist der Flecken allerdings kaum noch wiederzuerkennen. Einige Häuser sind niedergelegt, andere saniert und die Dorfdurchfahrt ist instand gesetzt. Ziel erreicht? "Noch nicht ganz", sagt Ortsbürgermeister Matthias Antony und ruft zum Schlussspurt auf.
"Das Programm hat uns sichtlich gut getan. Vieles ist abgeschlossen, doch wir müssen jetzt Gas geben, denn mit den Förderungen wird 2019 Schluss sein. Bis dahin müssen wir alle unsere Hausaufgaben gemacht haben", sagt er. Der Appell richtet sich sowohl an den Ortsgemeinderat als auch an private Eigentümer (siehe Extra). Der Umbau von etwa 21 Häuser sei seit 2005 gefördert worden. "Einige wichtige Wohngebäude, die den historischen Ortskerns prägen, sind renoviert. Wer noch ins Förderprogramm möchte, muss sich schnell entscheiden." Der Zeitdruck beziehe sich allerdings nur auf die Planungen und Anträge. "Wer bis 2019 eine Bewilligung hat, bekommt einen großzügigen Zeitrahmen, um die Arbeiten umzusetzen und abzuschließen."
Allerdings könne auch die Ortsgemeinde ihre Hände noch lange nicht in den Schoß legen. "Als das Programm aufgenommen wurde, machte man drei sogenannte Ankerprojekte aus. Alle drei sind noch nicht abgeschlossen", sagt Antony. Zu den Ankerprojekten gehörten die Alte Schule in der Kellnerei, das Vinzentinerinnen-Kloster und die Alte Brennerei.
"In Sachen Schule sind wir seit einem Jahr intensiv auf der Suche nach einem finanzstarken Investor, der das leer stehende Haus umbaut und vermarktet - der wurde nun tatsächlich gefunden." Antony ist guter Dinge: "Der Notarvertrag liegt uns vor, wir sind im Kontakt mit dem Käufer. Noch kann ich nichts Genaues verraten, aber das kommt hoffentlich bald."
Verhalten optimistisch blickt der Bürgermeister auf das Vinzentinerinnenkloster in der Ortsmitte. "Der verfallende Häuserkomplex ist seit Jahrzehnten ein Sorgenkind. Mittlerweile tat sich aber etwas." Für einen überschaubaren Betrag - der genaue Preis könne noch nicht genannt werden - sei die Gemeinde hoffentlich bald in der Lage, den Komplex zu kaufen. "Wir dürften dann unrettbare Teile abreißen, andere Gebäude bleiben erhalten. Wir hoffen, bis 2019 einen Käufer zu finden."
Deutlich konkreter sind die Planungen rund um den kleinen Parkplatz unterhalb der Vinzentinerinnen-Statue am Alten Markt. "Man sieht es nicht sofort, aber das Projekt ‚Alte Brennerei’ ist noch nicht abgeschlossen. Es fehlt noch der barrierefreie Zugang zum Grillplatz", sagt der Erneuerungsplaner Michael Frey. Der sei aber nur vom Alten Markt aus einrichtbar. "Die Vorbereitungen laufen aber schon. Die Gemeinde hat eine mündliche Zusage für den Kauf des an den Parkplatz angrenzenden Hauses", sagt Antony.
Komme es zum Vertragsabschluss, könne der Bau niedergelegt werden, der Parkplatz auf einer Ebene erweitert und ein ehemaliger Brandweg umgebaut werden. "Um einen Zugang zum Grillplatz einzurichten", sagt Frey.
Das Thema sei allerdings sensibel zu behandeln, betont Antony: "Noch reden wir über Privatgrund, Namen und Preise kann ich hier einmal mehr deswegen bis zum Vertragsabschluss nicht nennen." Werde das Projekt umgesetzt, erhalte die Dorfmitte ein neues attraktiveres Gesicht, sagt er. "Wir haben nun ein letztes Mal die Chance dazu, das Entree in den historischen Ortskern zu gestalten."
BUND UND LAND FöRDERN DORFERNEUERUNG

Extra
Die Ortskernsanierung Schöneckens läuft seit 2002. 2009 wurde der Ort in das Bund-Länder-Programm "Historische Stadtbereiche - städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen. Es ist im Stadterneuerungskonzept des Landes das Förderinstrument zur Unterstützung von städtebaulichen Maßnahmen. Insbesondere historische Stadtkerne mit denkmalwerter Bausubstanz sollen so erhalten werden. Unter anderem werden private Hausbesitzer mit Förderungen von bis zu 25 Prozent der Baukosten unterstützt.