Schönecken/Waxweiler | 17. Mai 2017 | Autor: Frank Auffenberg

Der Flecken siegt auf ganzer Linie

Elf Gemeinden im Eifelkreis hat die Jury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" besucht. Nun stehen die Sieger auf Kreisebene fest: In der Hauptklasse gewinnt Schönecken, in der Sonderklasse macht Waxweiler das Rennen.
Schönecken/Waxweiler Der Umbau des Fleckens ist ein Kraftakt, der bereits seit mehr als zwölf Jahren die Schönecker auf Trab hält. Nun zahlen sich alle Mühen aus, den historischen Ort im Nimstal wieder zu neuer Blüte zu bringen: Die Kommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" hat ihn zum Sieger auf Kreisebene gekürt.
"Ich freue mich unglaublich darüber, auch für alle Schönecker, denn der Sieg ist eine Leistung des ganzen Fleckens", sagt Ortsbürgermeister Matthias Antony. Die Dorferneuerung sei vor zehn Jahren mit der Aufnahme in das Bund-Länder-Programm "historische Stadt- und Ortskerne" richtig in Fahrt gekommen. "Viel wurde geleistet, doch erst bei der Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen fiel mir richtig auf, wie viel es wirklich ist", sagt Antony.
"Die unermüdliche Arbeit in der Dorfentwicklung der zurückliegenden Jahre trägt nun Früchte", begründet Jurymitglied Detlef Kleintitschen die Entscheidung.
Die einst vom Bevölkerungsrückgang bedrohte Gemeinde mit knapp 1500 Einwohnern wachse wieder, und "mit jeder abgeschlossenen Baumaßnahme im historischen Ortskern kommt Schönecken der Blütezeit des Burgfleckens näher".
Die weiteren Jurykommentare zeigen, dass wohl besonders diese rasante Entwicklung für die Nasenbreite Vorsprung zum Zweitplatzierten, Ammeldingen bei Neuerburg, und zum drittplatzierten Dorf Oberkail sorgte. "Viele Ziele wurden und werden jetzt mit großem Einsatz angepackt und bald verwirklicht, wie unter anderem die Schaffung von Freiräumen, Verkehrsreduzierung, Aufwertung des historischen Ortskerns, Rückbau und Belebung von Brachflächen", sagt die freie Architektin Marie-Luise Niewodniczanska.
Landfrau und Jurymitglied Marlene Schmitz lobt besonders das bürgerliche Engagement der Schönecker. "Das Dorf zeichnet sich durch ein reges und intaktes Vereinsleben aus. Engagiert und beherzt versuchen die Schönecker Bürger und Handwerker, ehrenamtlich das zu leisten, was sie können", sagt sie. Man spüre dort "noch etwas von der guten alten Zeit, und doch ist Schönecken modern und interessant geworden." Die Schönecker seien zu Recht stolz auf ihr Dorf.
Elf Gemeinden bereiste die Jury innerhalb von sechs Tagen - neun nahmen in der Hauptkategorie teil, zwei stellten sich als ehemalige Siegergemeinden in der Sonderklasse "Innenentwicklung" dem Urteil der Fachleute, und auch hier konnte eine Gemeinde aus dem Altkreis Prüm punkten: Waxweiler - 2012 bereits als Siegergemeinde ausgezeichnet - konnte sich knapp gegen den Mitbewerber Oberweis behaupten.
"In einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen", sagt Kommissionsleiter Helmut Fink. Entscheidend für den knappen Vorsprung seien unter anderem die vielen städtebaugeförderten Projekte in der Ortsmitte, die bemerkenswerte Kooperation mit der Verbandsgemeinde Arzfeld beim Umbau des Kindergartens und der Grundschule sowie "die gelebte Integration von Flüchtlingen in Vereinen und ortsansässigen Betrieben".
Den drei Siegern der Hauptklasse und Waxweiler in der Sonderklasse steht demnächst erneuter Kommissionsbesuch ins Haus. Alle vier haben sich für die Teilnahme am nächsten Durchgang des Dorfwettbewerbs auf Gebietsebene qualifiziert. Das Gebiet Trier umfasst die beiden Eifeler Landkreise, die Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und Birkenfeld.
Kommentar
Meinung
Sowas von verdient

Starke Bewerbungen mit einer Reihe überzeugender Projekte in Pronsfeld und Büdesheim: In den beiden Gemeinden muss sich niemand grämen, dass man nicht den ersten Platz holte. Waxweiler bestätigt in der Sonderkasse, dass es dort ebenfalls läuft. Und Schönecken? Da ist in den vergangenen Jahren so viel von Gemeinde, Vereinen, Bürgern in Gang gesetzt worden, dass die Jury gar nicht anders konnte, als den Flecken zu küren. Voll verdient. Aber Gratulation an alle. Diese Dörfer sind quicklebendig. f.linden@volksfreund.de
Extra: AMMELDINGEN UND OBERKAIL MIT DABEI

(scho) Auch Ammeldingen bei Neuerburg und Oberkail im Bitburger Land haben sich als Zwei- und Drittplatzierte des Kreisentscheids ebenfalls für die nächste Runde qualifiziert. Was die Jury an dem 292-Seelen-Ort Ammeldingen gefällt, ist zum einen, dass ortsbildprägende Bausubstanz restauriert wurde und zum anderen, dass die Ammeldinger mit an packten und "eine große Familie" seien. Wörtlich heißt es: "Die Stärke von Ammeldingen liegt in der außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft der Dorfgemeinschaft." Das ist in dem 621 Einwohner zählenden Oberkail ähnlich. Auch dieser Ort gewinnt für die Jury dank des liebevollen Umgangs mit alter Bausubstanz. Und, sagt die Jury: In Oberkail "spiegelt sich das enorme Bürgerpotenzial in einer Fülle von Veranstaltungen und gemeinschaftlichen Aktivitäten".