Lünebach | 17. Mai 2017 | Autor: Linden Fritz Peter

Eifel-Zoogründer Hans Wallpott ist tot

Der Unternehmer Hans Wallpott, Chef des Tierparks in Lünebach und Miterfinder des Kölner Kinderdreigestirns ist am Dienstag gestorben. Der 89-Jährige hatte zuvor nach Angaben seiner Familie einen Schlaganfall erlitten.
 
Hans Wallpott ist tot – der Kölner Unternehmer, Karnevalist und Gründer des Lünebacher Eifel-Zoos starb gestern 89-jährig nach langer, schwerer Krankheit im Prümer Krankenhaus. Wie die Familie gegenüber dem TV bestätigt, hatte er im Altenheim Waxweiler, wo er zuletzt lebte, am Montag einen Schlaganfall erlitten.

Geboren wurde Wallpott am 8. Juni 1927 im Kölner Stadtteil Lindenthal. Der gelernte Einzelhandelskaufmann leitete jahrzehntelang in Köln-Ehrenfeld das Textilgeschäft, das er von seinen Eltern übernommen hatte und später von seinem Sohn Markus weitergeführt wurde.

Hans Wallpott war aber auch Karnevalist – und was für einer: Er prägte, auch als Präsident, wesentlich die Bürgergarde blau-gold Köln seit den frühen 1960er Jahren. Sie zählt heute zu den sogenannten Traditionskorps – in Köln eine besondere karnevalistische Ehre, die bisher nur neun der mehr als 100 Gesellschaften zuteil wurde. Seit mehr als zehn Jahren ist Markus Wallpott Präsident der Bürgergarde.

Zusammen mit seiner Frau Annemie dachte sich Hans Wallpott 1965 außerdem das Kölner Kinderdreigestirn aus. Die beiden betreuten und begleiteten in den Jahren bis 1990 auch alle Nachwuchs-Trios durch die Session.
Den Eifelern ist Hans Wallpott aber vor allem als Gründer des Zoos in Lünebach ein Begriff. Seit der Eröffnung im Jahr 1972 ist das Areal auf eine Fläche von 300.000 Quadratmetern gewachsen und zählt heute rund 300 Tiere vom Lama bis zum Löwen. Wallpott hatte das Gelände, eine ehemalige Fischzucht, 1965 gekauft und steckte praktisch jede freie Minute und jede Menge Herzblut in seinen Park.

Vor einigen Jahren zog er sich altersbedingt zurück, Wallpotts Tochter Isabelle, gelernte Zootierpflegerin, leitet die Anlage seitdem gemeinsam mit Mutter Annemie.

Für Andreas Kruppert, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, ist Wallpotts Tod „eine sehr, sehr traurige Nachricht“. Wallpott sei ein Mensch gewesen, „der sein ganzes persönliches Engagement in seinen Zoo gesteckt hat – was für uns als Verbandsgemeinde ein Riesengewinn war.“ Zumal der Zoochef seine Leidenschaft komplett aus eigener Tasche und den Einnahmen finanziert habe: „Da sind nie öffentliche Gelder geflossen“, sagt Kruppert. Mit seinem Elan und Engagement habe sich Wallpott um die Eifel verdient gemacht.

Hans Wallpott erhielt zahlreiche Auszeichnungen, er war unter anderem Ehrenpräsident seiner Karnevalsgesellschaft und Träger des Goldenen Verdienstordens. Verliehen wird er vom Festkomitee des Kölner Karnevals, dem höchsten närrischen Gremium in der Stadt. Als ihm das Bundesverdienstkreuz angetragen wurde, lehnte Wallpott allerdings ab.
Hans Wallpott soll am kommenden Dienstagvormittag auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt werden.