Prüm/Nettersheim | 17. Juli 2017 | Autor: Frank Auffenberg

Naturpark Nordeifel: Mit knappen Mitteln viel erreicht

Wie der Naturpark Nordeifel mit knappen Mitteln viel erreicht - mitsamt Überraschungen wie einem Honigraum.
Prüm/Nettersheim Die Region als Einheit fördern, die Eifel als Ganzes erkennen - was viele Touristiker in den vergangenen Jahren voranbringen wollen, gehört beim Naturpark Nordeifel seit fast 50 Jahren fest zum Vereinskonzept.
"Die regionale Entwicklung hat für uns mit die höchste Bedeutung", sagt der zweite Vorsitzende Aloysius Söhngen. Man sei keine Einrichtung, die selber Schutzgebiete festsetze, aber man arbeite an der touristischen Erschließung der Eifel mit, "und das eben auf allen Seiten im Naturpark Nordeifel, sowohl in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen als auch in Belgien."
In der Prümer Infostätte "Mensch und Natur" stellt Söhngen stellvertretend für den im Herbst 2016 neugewählten Vorsitzenden Manfred Poth den Jahresbericht vor. "Mit relativ geringen Eigenmitteln ist es wieder gelungen, große Dinge umzusetzen und etablierte Projekte fortzuführen."
Der Blick auf die Finanzen zeigt, dass er damit nicht zur Übertreibung neigt. 37 800 Euro nimmt die rheinland-pfälzische Geschäftsstelle als Mitgliedsbeiträge der Orts- und Verbandsgemeinden ein (NRW: 95 600 Euro).
Für Personalkosten, Miete und Ausstattung musste die Prümer Geschäftsstelle 147 400 Euro aufbringen (NRW: 138 800 Euro). "Für umgesetzte Maßnahmen haben wir 155 800 Euro ausgegeben, die Geschäftsstelle in Nordrhein-Westfalen 209 800 Euro. Alle Mittel dafür stammen aus unterschiedlichsten Fördertöpfen", sagt die Prümer Geschäftsführerin Anne Stollenwerk. "Diese Mittel zu beantragen und aufzutreiben gehört fest zu unseren Aufgaben", sagt Söhngen.
Ganz schön viel zu tun, bedenkt man, dass nebenbei auch noch die Betreuung der Premiumwanderwege erledigt und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Südeifel das Modellprojekt "Tourismus für alle" umgesetzt wird. Auf der Agenda stehen zudem Lehrerfortbildungen und seit 2016 auch die Ausrichtung eines Naturpark-Symposiums. "Das Symposium kam sehr gut an, wird aber nun in unregelmäßigen Abständen angeboten", sagt Anne Stollenwerk.
Doch nicht nur um die großen Naturfreunde kümmert man sich. "Besonders freut mich, dass die Bildungsarbeit mit den Schulen und Kindertagesstätten 2016 deutlich intensiviert werden konnte", sagt Söhngen. Unter anderem half man bei der Einrichtung des Gartens und der Einrichtung eines Honigraums an der Bertrada-Grundschule. Auch die Projektwoche der Schule gestaltete der Naturpark maßgeblich mit.
"Auch schon lange laufende Programme werden fortgeführt", sagt Anne Stollenwerk. Typisch sei hier das Flurhecken-Projekt: "Allein im rheinland-pfälzischen Naturpark konnten 46 Kilometer Flurhecken mit Hilfe von Fördergeldern des Landes instand gesetzt werden."