Berlin | 16. Juli 2017

Umrüstung von Güterwaggons verzögert sich

Berlin (dpa) Bei der bis 2020 geplanten Ausrüstung aller in Deutschland fahrenden Güterzugwaggons mit Flüsterbremsen ist ein Zwischenziel verfehlt worden. Trotzdem ist das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung als Konsequenz angedrohte Nachtfahrverbot für bestimmte Wagen bisher nicht umgesetzt worden.
Die Bürgerinitiative "Oberwesel 22 - Zukunft trotz Bahn" im besonders bahnlärmgeplagten Welterbe Oberes Mittelrheintal kritisierte, "dass das Versprechen des Große-Koalition-Vertrags klar und deutlich gebrochen wurde".
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte dazu: "Wir erleben einen rasanten Hochlauf bei der Umrüstung." Die im Vertrag bis Ende 2016 vorgesehene Umrüstungsquote von 50 Prozent werde nun in diesem Jahr übertroffen. Im Dezember 2016 waren laut Dobrindts Ministerium 44,25 Prozent aller 183 000 in der Republik verkehrenden Güterwaggons aus dem In- und Ausland auf leise Bremsen umgerüstet. Ende Mai 2017 habe die Quote 47,32 Prozent betragen. Bis 2020 sollen alle Güterwagen umgerüstet sein. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mahnte, es sei unbedingt nötig, den Bahnlärm im Oberen Mittelrheintal in den Griff zu kriegen: "Er beeinträchtigt die Lebensqualität."