Kastel-Staadt | 13. Juli 2017 | Autor: Herbert Thormeyer

Ein neuer Gemeindearbeiter für Kastel-Staadt, aber alte Probleme

Der Ortsgemeinderat Kastel-Staadt trifft wichtige Entscheidungen, die auch alle Touristen betreffen.
Ortsbürgermeister Hubert Schommer ist stolz: "In Kastel-Staadt gibt es heute 32 Häuser mehr als vor 20 Jahren." 16 davon stehen im zweiten Bauabschnitt Auf Schied, dessen Ausbau kurz vor der Fertigstellung steht. So konnte die Einwohnerzahl von derzeit 408 gehalten und das Durchschnittsalter der Bevölkerung sogar gesenkt werden.

Der Ortsgemeinderat hat jetzt den Beschluss gefasst, die Planung für die restlichen Arbeiten auszuschreiben. "Der Baulandverkauf lief immer ohne die Kosten für den Endstufenausbau", erklärt Schommer. Deshalb werden den Anliegern nach der Fertigstellung des Ausbaus (Schwarzdecke mit Gehweg und Regenrinne) im nächsten Jahr wieder Rechnungen ins Haus flattern.

Die Kosten dafür stehen jedoch erst fest, wenn alles fertig geplant ist. Zehn private Baustellen sind noch frei. Die Nachfrage ist aber weiter ungebrochen. "Bevor wir an ein weiteres Baugebiet denken, müssen erst einmal diese Baustellen von privat verkauft und Baulücken im Dorf geschlossen werden", findet Schommer. Erst danach könne über eine weitere Erschließung nachgedacht werden. Die Flächen wären allerdings schon da.

Worüber sich der Rat richtig aufregt, ist die Rechnung über 8844 Euro für Nachbesserungen in der Kita Freudenburg, die auch von Kasteler Kindern besucht wird. "Da hat ein Gutachter die Küchentür, den Spielplatz mit Hangrutsche und Vogelnestschaukel, den Zaun und den Blitzschutz moniert", regt sich auch der Ortschef auf und fragt, warum das nicht eher bemerkt wurde. Die Ortsgemeinde müsse zwar anteilig nur 997 Euro bezahlen, aber hier gehe es ums Prinzip. Ein Dauerbrenner ist der fehlende Gastronomiebetrieb im Ort, der von gut und gerne 60000 Touristen im Jahr besucht wird. "Wir werden mit Schildern wenigstens auf die Toilette im Bürgerhaus hinweisen", kündigt Schommer an. In diesem Haus soll auch ein Bürgertreff entstehen, der mit Zugangs-App auf dem Smartphone betreten werden kann. So kann immer kontrolliert werden, wer wann drin war.

Die Klause ist nur noch an Wochenenden freitags, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr kostenlos geöffnet, aber ohne Toilettenbenutzung. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) in Mainz hat sich aus dem Betrieb der Klause zurückgezogen. Die Verbandsgemeinde Saarburg und die Ortsgemeinde Kastel-Staadt stehen für den Weiterbetrieb in Verhandlungen. Das Ergebnis ist noch offen.
Extra: Oliver Meurers arbeitet nun für das Dorf
Rainer Angel (63) sorgte von 1995 bis jetzt für ein gepflegtes Kastel-Staadt. Er wurde vom Ortsgemeinderat mit einer Dankesurkunde verabschiedet. "Angel war Angestellter der Verbandsgemeinde Saarburg und nur zu 30 Prozent für uns tätig", erklärt Ortsbürgermeister Hubert Schommer. Beim Nachfolger Oliver Meurers (40) ist das anders. Der Ortschef konnte durchsetzen, dass er 100 Prozent in Kastel-Staadt zur Verfügung steht. Sein Argument: "In den letzten Jahren ist mit dem neuen Dorfplatz, dem römischen Kulttheater und dem Aussichtspunkt Elisensitz viel Arbeit dazugekommen."