Schoden | 12. April 2017 | Autor: Herbert Thormeyer

Ortsgemeinderat gibt grünes Licht - Platz für neue Schodener

Der Ortsgemeinderat gibt die Planung für das Baugebiet Leimkaul in Auftrag. Außerdem steht die Sanierung des Jugendkellers an. Doch hierbei gibt es noch ein Problem.
Schoden Um bis zu 27 Wohnhäuser kann Schoden wachsen, wenn der Bebauungsplan im Baugebiet "Leimkaul" am Rande des Ortes fertig ist. Den Auftrag dazu hat der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung an das Trierer Ingenieurbüro Boxleitner vergeben. Was bislang noch Ackerland mit Apfelbäumen ist, kann, so schätzt Ortsbürgermeister Andreas Pauly, nach einem halben Jahr Planung zur Heimat neuer Mitbürger werden.
Die Bäume müssen dafür allerdings weichen. "Ob die Landesplanung dafür allerdings Ersatzpflanzungen vorsieht, ist noch offen", sagt der Ortschef.

Wie dringend der Bedarf an Bauland ist, beschreibt Pauly so: "Allein die Mundpropaganda reichte schon aus, dass die Leute bei mir nach Bauplätzen nachgefragt haben." 20 Bauwillige stehen bei ihm schon auf der Liste.
Was macht Schoden so attraktiv? "Zunächst einmal haben wir einen Bahnhof, also einen guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr", sagt Pauly. Was für ihn fast noch wichtiger ist, kann mit Geld nicht bezahlt werden: eine funktionierende Dorfgemeinschaft mit sechs Vereinen und 300 Mitgliedern bei 730 Einwohnern. Der Sportverein spielt sogar in der Verbandsliga.

"Bei uns ist nicht nur jeder willkommen, sondern auch ab der ersten Minute in diese Gemeinschaft aufgenommen", sagt Pauly mit einem gewissen Stolz.
Jetzt werden aber erst einmal 60 000 Euro Planungskosten fällig. Insgesamt wird die Ortsgemeinde im Vorfeld 1,5 Millionen Euro investieren müssen, die jedoch wieder durch den Verkauf der Grundstücke von den Bauherren in die Gemeindekasse zurückfließen werden. Nur so gestattet die Kommunalaufsicht diese enorme Belastung, denn Schoden ist finanziell nicht gut aufgestellt.
Auf den zwei Hektar, die bislang Leimkaul heißen (der endgültige Name steht noch nicht fest), werden Grundstücke zwischen 500 und 750 Quadratmetern Größe angeboten, alle mit freiem Blick auf die Ayler Kupp. Bereits Ende des Jahres oder Anfang 2018 sollen die Bagger anrücken.

Sanierung des Jugendkellers Mit zu einer guten Infrastruktur gehört die Jugendarbeit. Die Katholische Jugendgruppe (KJG) muss seit drei Jahren auf ihren Jugendkeller verzichten. Grund ist nicht etwa wie anderorts eine Schließung wegen schlechten Benehmens der Nutzer, sondern die Feuchtigkeit und damit die Schimmelbildung. Die Baumängel im Kellergeschoss des Bürgerhauses könnten auf lange Sicht das ganze Gebäude in Mitleidenschaft ziehen. Deswegen besteht nun Handlungsbedarf.
"Für die Sanierungskosten von 67 000 Euro hat uns die Kommunalaufsicht die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn zugesagt", erklärt Pauly.

Eine Trockenlegung und Dämmung, die jede Feuchtigkeit fernhält, steht an.
Das kann Schoden jedoch nicht einfach so aus der Gemeindekasse stemmen. "Von der Verbandsgemeinde kommen 5 000 Euro, vom Kreis 10 000 Euro", zählt der Ortschef einen ersten finanziellen Grundstock auf.
Beim Crowd-Funding der Volksbank Trier-Saarburg wurden 5140 Euro gespendet, wovon 1 900 Euro von der Volksbank direkt stammen." 216 Unterstützern haben wir diesen Betrag zu verdanken", sagt Pauly.
Die Vereinsgemeinschaft will den Erlös der Kirmes von Samstag, 22. Juli, bis Montag, 24. Juli, einbringen. Vom 1 200-Jahr-Verein kommen weitere 5 000 Euro. Rund 7 000 Euro fehlen noch. Noch nicht mitgerechnet sind Eigenleistungen der jungen Leute und der Erlös eines Benefizkonzertes, das demnächst stattfinden soll.
Extra: OFFENLEGUNG DER PLANUNG

Die neue Gesetzgebung des Landes Rheinland-Pfalz sieht vor, dass alle Planungen von Kommunen offengelegt werden müssen. Bis zur endgültigen Genehmigung kann der Bebauungsplan zweimal in der Saarburger Verwaltung der Verbandsgemeinde von jedermann beurteilt werden. Anregungen und Kritik werden aufgenommen und in die nächste Ratssitzung eingebracht. Die jeweiligen Termine werden noch bekanntgegeben.