Saarburg/Davis/Columbia | 12. Juli 2017 | Autor: Alexander Schumitz

Saarburger Serenaden: Internationales Flair in der Stadt

Saarburger Serenaden locken Tonkünstler vom ganzen Globus an die Saar. 20 Dozenten und 60 Musikstudenten nehmen teil. Der TV hat vorab mit drei von ihnen über ihre Erwartungen und ihren Musikgeschmack gesprochen.
Die Vorbereitungen für die Saarburger Serenaden laufen auf Hochtouren, nicht nur an der Saar, sondern auch bei den Dozenten und Schülern, die ab kommendem Montag intensiv in Saarburg arbeiten werden. Proben die Musiker zunächst noch unter sich, so ist doch das eigentliche Ziel dieses internationalen Musik-Workshops, dass die Schüler auch Konzerterfahrung sammeln. Für den 14-tägigen Intensivkurs kann Semyon Rozin jedes Jahr namhafte Musiker aus der ganzen Welt nach Saarburg locken. Bereits zum achten Mal organisiert der Gesangsdozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in diesem Jahr die Saarburger Serenaden.

Eine von 20 Dozenten ist Susan Lamb Cook. Sie unterrichtet an der Universität von Kalifornien in Davis Cello. Rozin hat sie 2011 im luxemburgischen Vianden kennengelernt. "2013 bin ich zu dem Dozententeam dazugestoßen, weil ich von der musikalischen Qualität des Angebots absolut überzeugt bin", schreibt sie auf TV-Anfrage in einer E-Mail. Die Vorbereitungen für das Dozentenkonzert und den Unterricht würden schon lange vor Beginn des Festivals beginnen. Die Mitglieder des Dozententeams stünden ab der Festlegung des Konzert-Repertoires im dauernden Austausch miteinander.

Die Cellistin fühlt sich in Saarburg wohl, "weil die Stadt, die Probenräume und die Konzertorte für die Schüler hervorragende Proben- und Konzertbedingungen bieten". Sie freut sich sehr, wieder zurück nach Saarburg zu kommen. Lamb Cook kommt aus einer Musikerfamilie: Ihre Mutter hat Klavier studiert, ihr Vater und ihre Schwester sind professionelle Geigenspieler. Wenn die Dozentin nicht klassische Musik hört, lauscht sie der Gruppe "Pink Martini", "eine Mischung aus Klassik, Jazz und Pop".

Zak Chen ist erst zwölf Jahre alt und lebt in Columbia in den USA. Er kommt zusammen mit seiner Mutter nach Saarburg. Empfohlen wurde ihm der Musik-Workshop an der Saar von seinem Geigenlehrer an der Universität von South Carolina. Chen freut sich auf seine erste Reise nach Europa. Online hat er angefangen Deutsch zu lernen, teilt er auf TV-Anfrage mit.

Der junge Geiger freut sich darauf, mit vielen jungen Musikern gemeinsam zu musizieren. Er findet es auch "sehr cool", in das Land zu reisen, in dem "so großartige Komponisten wie Bach, Beethoven, Brahms und Händel" geboren wurden. Sicher ist, dass Chen noch viel mehr über Deutschland lernen und in Deutschland kennenlernen möchte. Während andere Jungen in seinem Alter wahrscheinlich Dutzende Rockbands zu ihren Favoriten zählen, mag sich der Harry-Potter-Fan auf keinen Namen festlegen. "Ich liebe jede Form von Musik", sagt er dem TV.
Auch die junge Pianistin Harriet Wong aus dem US-Bundesstaat Illinois reist nach Saarburg. Zurzeit übt sie noch daheim die Stücke, die in diesem Jahr bei den Serenaden auf dem Programm stehen. Auch Wong freut sich darauf, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten. Ihre Lieblings-Rockband? Die junge Frau winkt ab - "Nein, davon habe ich keine Ahnung."
Insgesamt kommen rund 60 Nachwuchstalente für zwei Wochen nach Saarburg aus Nationen rund um den Globus. Jürgen Dixius, Bürgermeister der Stadt Saarburg, freut sich immer wieder auf das "internationale Flair", das mit den Musikern in der Stadt einzieht. "Wir freuen uns über die kulturellen Impulse, die die jungen Musiker und die Professoren in die Stadt bringen." Er ist davon begeistert, welchen wichtigen Beitrag die Musik für den Kulturaustausch beiträgt. Der Musik-Workshop beginnt am 18. Juli, das erste öffentliche Konzert ist am 20. Juli (siehe Info unten).
Extra: Wie die Serenaden nach Saarburg kamen
Semyon Rozin ist erfahrener Dirigent und Kammermusiker sowie Dozent der Musikhochschule Köln. Er hatte Saarburg vor sieben Jahren als Ort seiner Studienwochen ausgewählt, weil ihm die Kulisse der Stadt so gut gefallen hat. Seitdem organisiert er die Saarburger Serenaden in der Stadt. Festivalleiter Rozin sucht die Dozenten aus, die Dozenten suchen die Studenten aus. Die Studenten zahlen den Probenaufenthalt in der Regel selber oder erhalten Unterstützung durch Stipendien.
Extra: Die Konzerttermine
Dozentenkonzert am Donnerstag, 20. Juli, 19.30 Uhr, Stadthalle Saarburg; Teilnehmerkonzerte ab Samstag, 22. Juli, 19.30 Uhr, Kirche Sankt Laurentius in Saarburg; Sonntag, 23. Juli, 18.30 Uhr, Open-Air-Konzert in der Bettinger Mühle in Schmelz; Dienstag, 25. Juli, 19.30 Uhr, im Winzerkeller in Irsch/Saar; Mittwoch, 26. Juli, 19.30 Uhr, im Cloef-Atrium in Orscholz; Donnerstag, 27. Juli, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Saarburg; Freitag, 28. Juli, 19.30 Uhr, in der Kulturgießerei Saarburg (Oper und Salonmusik); Abschlusskonzert am Sonntag, 30. Juli, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Saarburg. Tickets gibt es für die Konzerte in der Verbandsgemeinde Saarburg im Amüseum zum Preis von acht Euro, wer Tickets für alle Konzerte in der Verbandsgemeinde haben möchte, zahlt 30 Euro.