Wincheringen/Mainz | 16. März 2017

Wincheringer Mainz-Fahrt entpuppt sich als Reinfall

Eltern dürfen Debatte über Schulärger nicht verfolgen.
Wincheringen/Mainz (flor) "Das ist ein verschenkter Urlaubstag", sagt Rüdiger Klein und trinkt einen Schluck Kaffee. Gemeinsam mit Verena Unger war der Familienvater frühmorgens von Wincheringen nach Mainz gedüst, um im rheinland-pfälzischen Bildungsausschuss die Debatte über den Grundschulärger im 2184-Einwohner-Ort zu diskutieren. Eltern und Schüler hatten im Februar gegen die Versetzung eines Lehrers protestiert, acht von 13 Lehrern hatten ihre Versetzung beantragt - und das gipfelte im Rücktritt der kommissarischen Schulleiterin (der TV berichtete).
Die CDU setzte den Konflikt auf die Tagesordnung, doch nach gerade einmal zehn Minuten einigte sich der Ausschuss auf geheime Beratung. Eltern und Journalisten mussten den Saal verlassen. Der Grund: Es ging auch um vertrauliche Fragen zur Schulleiterin - und deren Name hatte Ursula Hengels von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion schon ausgeplaudert, als die Sitzung noch öffentlich lief. Dennoch erzählte Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann Neues. Die derzeit kommissarisch ausgefüllte Schulleitung soll im Mai ausgeschrieben werden. Die alte Leiterin arbeite an einer neuen Schule, die Lehrer hätten ihre Versetzungsanträge zurückgezogen. Das Ministerium verteidigte die Entscheidung, den Lehrer von der Schule zu versetzen. Die Situation sei eskaliert und der Schulfrieden Gefahr gelaufen, "nachhaltig gestört" zu werden. Klein fordert, dass der Lehrer wieder an der Schule arbeiten darf. Die Eltern hatten ihn mit nach Mainz genommen. Zur Sache schwieg er - mit Blick "auf weitere Schritte".