Saarburg | 20. März 2017

Wo Körper, Geist und Seele auftanken

Dietmar Schwarz vom Forstamt Saarburg erinnert zum Tag der Wälder daran, dass der Wald Kraft- und Energiespender ist.
Saarburg (red) Wald wird heutzutage anders genutzt als früher. Förster Dietmar Schwarz, beim Forstamt Saarburg für Umweltbildung zuständig, berichtet: "Lange war das Interesse der Menschen am Wald überwiegend durch die Holznutzung und die Jagd bestimmt. Aber wir erleben heutzutage, dass der Wald als Kraft- und Energiespender immer wichtiger wird. Wir freuen uns, dass unsere Wälder nicht nur als Holzlieferant und Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch als aktiver Lebensraum für die Menschen wahrgenommen werden."
Während weltweit am Internationalen Tag der Wälder vor allem der nachwachsende Energie- und Rohstoff Holz in den Blick genommen wird, geht es Deutschlands Forstleuten diesmal in erster Linie um die Mensch-Wald-Beziehung und um die wohltuende Wirkung der Wälder auf den Menschen.
Dass sich die heimischen Wälder neben der Holzernte, dem Naturschutz, der Sicherung von Luft-, Boden- und Gewässergüte auch zu einem bevorzugten Ort für zahlreiche Freizeitangebote entwickelt haben, kommt nach Ansicht von Dietmar Schwarz nicht von ungefähr. "Wir geben uns in unserem Forstamt große Mühe, dass unsere Wälder für die Menschen erlebbar und begehbar bleiben. Dazu gehören neben dem Aufbau und der Pflege artenreicher Mischwälder auch die Unterhaltung der Waldwege, die zu Erholung und Sport einladen", so der Forstmann.
Ein Aufenthalt im Wald hat laut Schwarz durch zahlreiche Studien belegte, positive Auswirkungen auf Körper und Geist. Die Bewegung und das Atmen der frischen Luft bewirken demnach eine Senkung von Puls und Blutdruck, Verspannungen der Muskulatur lösen sich. Der Blick in die grüne Natur verlangsame die Hirnstromschwingungen und verbessere den Stimmungshormonspiegel.
Das Einatmen von antibiotisch wirkenden pflanzlichen Abwehrstoffen stärke das Immunsystem. In Japan ist shinrin-yoku, was übersetzt so viel wie "Waldbaden" bedeutet, sogar als medizinische Therapie anerkannt.
DER INTERNATIONALE TAG DER WäLDER

Extra
Der 21. März wurde erstmals 1971 Jahren von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) als Tag des Waldes ausgerufen. Dies geschah als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. Während sich ausgehend von Deutschland seit mehr als 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft in vielen Teilen Europas etablierte, ist die Sorge um die Regenwälder groß, die nach wie vor durch Raubbau und Klimawandel bedroht sind. Ende des Jahres 2012 wurde auf Beschluss der UN-Generalversammlung der 21. März eines jeden Jahres zum Tag der Wälder auf internationaler Ebene erklärt. Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen.