Trier | 17. September 2014 | Autor: Judith Colling

City Campus und Technologie: Hackerangriff in Echtzeit erleben

NSA-Affäre, Datenklau,Viren: Wer sich im Internet bewegt ist mit vielen unsichtbaren Gefahren konfrontiert. Was tatsächlich passiert, wenn sich ein Hacker auf dem PC einschleicht, können Besucher des City Campus am 26. September in Trier bei einer Live-Vorführung erfahren.

Nicht erst seit den Enthüllungen von Edward Snowden, begleitet den Internetnutzer oft ein mulmiges Gefühl beim Surfen durch die Online-Welt. Immer wieder ist von neuen Viren, Abhörskandalen und Datenmissbrauch die Rede.

Der Lehrstuhl Informationssicherheit und Kryptographie der Uni Trier sucht diese Sicherheitslücken und entwickelt Lösungen, um Angreifern immer weniger Möglichkeiten zu lassen. Auf dem City Campus am Freitag, 26. September, können Besucher einen Einblick hinter den abstrakten Begriff "Hacken" erlangen.
"Wir wollen anschaulich demonstrieren, was passiert, wenn ein Angreifer den PC attackiert", sagt Daniel Fett, Mitarbeiter des Lehrstuhls. Die Besucher können an einem von zwei Computern Platz nehmen und wie gewöhnlich durch das Internet surfen.
Auf einem Rechner simulieren die Informatiker der Uni einen aktiven Angriff, bei dem der Hacker Passwörter auslesen und alle Aktivitäten nach verfolgen kann. Auf dem anderen PC wird ein Virus installiert, der es Hackern ermöglicht, das Gerät fernzusteuern und den Desktop einzusehen. "Computersicherheit ist ein Problem, dass die Leute im Alltag betrifft, aber vollkommen abstrakt ist", sagt Fett.

Deshalb wollen die Informatikstudenten auf dem City Campus das technische Vorgehen hinter einem Hackerangriff zeigen. Die simulierten Attacken führen die Studenten selbst durch, denn auch das Hacken wird an der Uni gelehrt, erklärt Ralf Küsters, Professor für Informationssicherheit und Kryptographie: "Nur wenn man die Technik beherrscht, kann man lernen wie man sich dagegen schützt."

In einem Vortrag wird Küsters die Live-Vorführung erklären und Hinweise geben, worauf Internetnutzer beim täglichen Surfen achten sollen. "Viele wissen gar nicht, was zum Beispiel ein Verschlüsselungssymbol beim Online-Banking überhaupt bedeutet", sagt Küsters. "Und vor allem nicht, was passieren kann, wenn es nicht da ist."
Auch gegen Hackerangriffe könne man sich mit einem guten Schutz wehren -- zumindest, wenn sie einen kriminellen Hintergrund hätten. "Bei Geheimdiensten hat man leider kaum eine Chance", sagt Küsters. "Teilweise können dann die Programme selbst manipuliert sein."

Für Daniel Fett ist der beste Schutz beim täglichen Surfen eigentlich recht simpel: "Jeder sollte überlegen bevor er etwas anklickt: Sieht das seriös aus? Habe ich bei dieser Firma etwas gekauft? Kommen Rechnungen von diesem Unternehmen überhaupt per Mail?" So könne man viele Sicherheitslücken einfach umgehen.

Die Präsentation "Hackerangriffe: Eine Live-Vorführung" kann von 18 Uhr bis Mitternacht im Innenhof des Bischöflichen Priesterseminars besucht werden. Der Vortrag "Hackerangriffe und Co.: Unsicherheit im Internet" hät Professor Küsters um 21 Uhr in der Promotionsaula des Seminars.

www.citycampus-trier.de