Trier | 19. April 2017 | Autor: Roland Morgen

Ab heute wird’s eng in der Moselstraße

Wegen Ausbauarbeiten müssen täglich bis zu 300 Stadtbusse eine lange Umleitung zur Kaiser-Wilhelm-Brücke fahren. Autos und Fußgänger können die Baustelle passieren. Einspurig wird es aber auch in Zukunft bleiben.
Trier Ab heute wird alles anders in der Moselstraße. Der Ausbau beginnt (TV vom 5. April) und damit auch ein Verkehrsprovisorium mit weitreichenden Folgen. Die gravierendste: Für große Fahrzeuge ist die wichtige Altstadt-Verkehrsader zwischen Margaretengässchen und Pferdemarkt voll gesperrt. Das betrifft in erster Linie den Stadtbus-Verkehr mit den Linien 2 (über Trier-West nach Zewen), 7 (über Biewer und Pfalzel zum Trierer Hafen) und 14 (Hochschul-Standort Schneidershof) sowie die abends, am Wochenende und feiertags verkehrenden Sternbus-Linien 85 (Maarviertel) und 87 (Ehrang, Schweich).
"Alles in allem fahren wir unter der Woche mit rund 300 Bussen täglich durch die Moselstraße", sagt Stadtwerke-Fahrdienstleiter Jürgen Schneider. Diese Wagen müssen nun eine Umleitung über Walramsneu-/Böhmerstraße und Moselufer fahren. Die ist mehr als doppelt so lang wie der reguläre Weg Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke und weist einige Tücken auf. So können die Stadtwerke-Wagen in der Walramsneustraße nicht die auf den Nikolaus-Koch-Platz führende Busspur nutzen, sie sind also ohne Bevorrechtigung im ganz normalen Verkehr unterwegs. Fahrdienstchef Schneider rechnet mit einer umleitungsbedingten Fahrzeitverlängerung von jeweils "fünf bis sechs Minuten pro Bus - wenn’s gut läuft". Auf jeden Fall läppert es sich - mit Auswirkungen auf den Dienstplan: "Wir gehen davon aus, dass Fahrer abgelöst werden müssen, damit sie ihre Lenkzeiten nicht überschreiten."
Für Stadtbus-Kunden wichtig zu wissen: Der Ersatz für die ab heute wegfallende Haltestelle Moselstraße (am Cinemaxx-Kino) befindet sich an der Treviris. Weil wegen der Umleitung auch die Haltestelle Bruchhausenstraße abgehängt ist, halten die Linien 2, 7, 14 und 87 erst wieder auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke. Die "Maar-Linie" 85 biegt vorher Richtung Ausoniusstraße/Friedrich-Ebert-Allee ab und fährt ab Lindenstraße ihre übliche Route.
Die Sperrung der Moselstraße für Busse dauert bis voraussichtlich Ende August. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: Zum Open-Air-Festival Porta{+3} (15. bis 18. Juni) und zum Altstadtfest (23. bis 25. Juni) dürfen Busse doch wieder zurück und die sogenannte "Altstadtfest-Umleitung" fahren. Die führt über Mosel- und Bruchhausenstraße und Nordallee und ist immer dann nötig, wenn die Porta Nigra wegen Großveranstaltungen nicht mehr angefahren werden kann.
Der Ausbau der Moselstraße (Sanierung und einspurige Neugestaltung) kostet rund eine halbe Million Euro und soll laut Stadt-Tiefbauamt bis zum 20. September dauern. Geplant sind drei Bauabschnitte mit halbseitigen Sperrungen. Die jeweils freie Spur steht für den PKW- und Radverkehr zur Verfügung. Fußgänger werden entlang der Treviris-Passage geleitet. Die Arbeiten starten auf der rechten Seite. Anschließend wird die linke Fahrbahnseite bis zur Einfahrt Treviris-Tiefgarage erneuert. Im letzten Abschnitt wird die linke Seite bis zum Pferdemarkt ausgebaut. Ganz zum Schluss (Aufbringen der Fahrbahndecke) steht eine Vollsperrung auf dem Programm.
Fragen zu den Busumleitungen beantworten Stadtwerke-Mitarbeiter im Stadtbus-Center (Treviris-Passage) oder unter Telefon 0651/717-273.
Kommentar
Meinung
Willkommen im Nadelöhr

Zweispurig über die Moselstraße - diese Zeiten sind jetzt endgültig vorbei. Denn wenn die nun startenden Ausbauarbeiten beendet sind, ist nur noch eine einzige Spur für den motorisierten Verkehr übrig - nebst einer Kombination aus Bürgersteig und Radweg. Plus eine Bushaltestelle, die diesen Namen auch verdient. Sie erhält eine eigene Bucht und wird barrierefrei gestaltet. Die Intention der Stadtplaner ist klar: Der Gewohnheits-Schleichverkehr und alle anderen, die nicht Richtung Pferdemarkt müssen, sollen sich andere Wege suchen und diesen Teil der Altstadt vom Autoblech entlasten. Aber die Sache hat auch einen Haken: Es gibt Verkehr, der kann nicht ausweichen. Wer das Kaufhof-Parkhaus (Margaretengässchen) verlässt, muss ebenso über die Moselstraße wie zu Zeiten von Großveranstaltungen an der Porta täglich bis zu 800 Busse. Und das alles auf einer drei Meter breiten Spur ohne Vorbeifahrmöglichkeit. Das ist Ausbau mit eingebautem Staurisiko. r.morgen@volksfreund.de