Bekond/Schweich | 19. März 2017 | Autor: Albert Follmann

Ein neuer Erdwall soll den Autolärm schlucken

Bekond erwartet bald das Baurecht für den Schutz entlang der A 1. Der Boden liegt fast vor der Haustür.
Bekond/Schweich Mehrere Jahre herrschte Funkstille beim Thema Lärmschutz für Bekond. Nun nimmt die Diskussion wieder Fahrt auf. Noch in diesem Jahr will die Gemeinde Baurecht schaffen, damit in Zusammenarbeit mit dem Autobahnamt Montabaur zwei Erdwälle entlang der A 1 aufgeschüttet werden können. Nach Mitteilung von Bekonds Ortsbürgermeister Paul Reh läuft zum 30. Juni 2018 der Pachtvertrag mit einer Gartenbaufirma aus, die in Höhe des Industrieparks Region Trier (IRT) Weihnachtsbaumkulturen angelegt hat. Bei Hochkreuz soll ein 500 bis 650 Meter langer Erdwall aufgeschüttet werden, um Bekond vom Autobahnlärm abzuschirmen.
Wie Messungen belegen, kommt etwa 55 Dezibel Lärm von der Autobahn bei den Bekonder Wohnhäusern an. Am stärksten sind die Bewohner höher gelegener Straßenzüge betroffen, aber auch im Altort sind die Fahrzeuggeräusche, vor allem die der Lastwagen, ein ständiger Begleiter. Der Wert von 55 Dezibel entspricht etwa der Lautstärke, die ein Staubsauger in zehn Meter Entfernung macht.
Ortsbürgermeister Reh verspricht sich von den Erdwällen eine Verbesserung der Lebensqualität in dem knapp 1000 Einwohner zählenden Ort. Der Nachfrage nach Bauland oder Häusern schadet der Autobahnlärm offenbar nicht. Laut Reh sprechen regelmäßig Interessierte wegen Bauland vor. Demnächst soll das Baugebiet "Im Tal" erweitert werden.
Derzeit brausen täglich mehr als 30 000 Fahrzeuge an Bekond vorbei. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr.
Der Erdwall im Bereich Hochkreuz/Kreisel IRT/L 48 soll in einem zweiten Bauabschnitt realisiert worden. In einem ersten Bauabschnitt soll ein Wall am Atzert-Wald, der zur Gemarkung Schweich gehört, aufgetürmt werden. Dieser soll rund 300 Meter lang und bis zu 15 Meter hoch werden. In diesem Bereich - einige Hundert Meter hinter der Abfahrt Leinenhof in Richtung Anschlussstelle Föhren - verläuft die Autobahn auf einem Damm. Bei Westwind, der vorherrschenden Windrichtung, ist der Autobahnlärm für Bekond eine besonders große Belastung.
Wie Ortsbürgermeister Reh kürzlich auf einer Gemeinderatssitzung informierte, wird für die beiden Erdwälle 70 000 bis 100 000 Kubikmeter unbelasteter Boden benötigt. Es handele sich dabei um Material, das bei der Sanierung der A 1 anfalle. Reh: "Das ist für beide Seiten gut. Das Autobahnamt muss die Erdmassen nicht kostenpflichtig auf einer Deponie entsorgen, und wir bekommen günstig unseren Wall." Dass die Gemeinde von einem für sie kostenneutralen Projekt ausgeht, zeigt auch ein Blick in das Investitionsprogramm. Ausgaben von 100 000 Euro stehen ebensolche Einnahmen in einem Zeitraum von zwei Jahren gegenüber.
Nach Auskunft von Walter Druckenmüller, Leiter der Autobahnmeisterei Schweich, werden in den kommenden fünf Jahren mehrere Teilabschnitte der A 1 zwischen Schweich und Reinsfeld saniert. Den Anfang mache in diesem Frühjahr der Abschnitt von der Autobahnbrücke Schweich bis zur Anschlussstelle Mehring (siehe Info).

NäCHSTE AUSBAUSCHRITTE AUF DER A 1

Extra
Die Bauarbeiten an der A 1 auf Höhe der Raststätte Hochwald liegen in den letzten Zügen. Voraussichtlich Ende April wird die Strecke zwischen den Anschlussstellen Mehring und Reinsfeld in Fahrtrichtung Saarbrücken wieder freigegeben. Der Verkehr soll dann in beide Fahrtrichtungen fließen. Nach Reinsfeld wird der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Mehring und der Autobahnbrücke bei Schweich (Moseltaldreieck) ausgebaut. Nachdem die Molesbachtalbrücke oberhalb von Riol im vorigen Jahr saniert wurde, geht es dort nun mit den Fahrbahnen weiter. Die Fahrtrichtung Trier wird in diesem Jahr erneuert, die Gegenfahrbahn steht für 2018 auf dem Plan.