Klüsserath | 13. Juli 2017 | Autor: Ursula Schmieder

Weinbergsfrühstück in Klüsserath: Mehr Genuss - und mehr Gemeinschaft

Ein Weinbergsfrühstück hoch oben über Klüsserath bereichert den Ort - und ist nicht nur bei Gästen beliebt.
Die Idee für den Frühstücksplatz gab es schon länger. Doch es fehlte der geeignete Ort. 2013 wurde er gefunden: eine Weinbergs-Brache oberhalb der Klüsserather Wetterstation. Der Verein "Vereinigte Weingüter der Klüsserather Bruderschaft" kaufte das seither ehrenamtlich hergerichtete und befestigte Gelände. 25 000 Euro wurden laut dem Vorsitzenden Rudi Blesius bisher investiert. Zwei Drittel davon aus der Vereinskasse, ein Drittel von Spendern, privaten wie Firmen. Denn inzwischen steht dort auch eine Hütte, ein zur Mosel offener überdachter Pavillon. Und an Tischen und Bänken aus Gabionen, mit Schiefer befüllten Drahtkäfigen, und Holzabdeckungen finden 32 Personen Platz.

Gabionen bilden auch die beiden Wetterschutz-Wände des neuen Pavillons, der jetzt noch mit Naturschiefer gedeckt werden soll. Aber erst, wenn der Verein wieder etwas Geld beisammen hat, erklärt Blesius.
Und das fließt aus Veranstaltungen wie dem neu angebotenen Weinbergs-Frühstück. Ab Sonntag, 23. Juli, lädt der Verein alle 14 Tage, ab 10 Uhr, dazu ein. Buchungen: Telefon 0160 91043911. Beim Weinausschank wechseln sich Winzer des Ortes ab. Ums Frühstücks büffet kümmern sich Blesius’ Ehefrau Esther und Birgit Follmann, Tochter von Ehrenbürger Ewald Follmann (81), der mit einer aktiven Rentnergruppe anpackte für den Platz. Gegessen wird Regionales: Wurst und Wild, Ziegenkäse, Brötchen, Milchprodukte, Honig - und getrunken wird natürlich Klüsserather Wein.

Ortsbürgermeister Günter Herres ist dem Verein dankbar für sein Engagement. Dank des öffentlich zugänglichen Aussichtspunktes kämen viele Wanderer in den Genuss des Ausblicks, so dass sie "auch wirklich was von der Natur" hätten. Das Plateau auf 290 Metern Höhe passiert sowohl der Klüsserather Sagenweg, ein Seitensprung des Premiumfernwanderweges Moselsteig, als auch der Moselhöhenweg, dessen Streckenführung eigens angepasst wurde.

Beliebt ist der Platz aber auch bei Einheimischen. Mitglieder der Bruderschaft frühstückten "fast jeden Sonntag hier", weiß Bruderschafts-Chef Herres.

Die Vereinsinitiative setzt aber nicht nur touristisch Akzente, sondern hat viel mehr im Ort bewegt. Die Gemeinschaft im Dorf sei stärker geworden, freuen sich Helga Schneider und Ingrid Scholtes. Als Beispiele nennen sie die verbindende gemeinsame Arbeit sowie weitere Ideen, die "von Jung und Alt zusammen" umgesetzt würden. Außerdem treffen sich Frauen aus dem Ort nun auch mal ganz spontan zum Frühstück im Weinberg. Winzerin Scholtes berichtet zudem von Weinproben bis spät in den Abend. Die Leute wollten manchmal gar nicht mehr hinuntergehen. "Mit einem schönen Glas Wein lässt es sich hier oben gut leben", bestätigt Weincafé-Betreiberin Schneider.