Berlin | 10. März 2017

Keine Streiks: Bahn-Tarifkonflikt beendet

Berlin (dpa) Bei der Deutschen Bahn wird es vorerst keine Streiks mehr geben. Im monatelangen Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist in der Schlichtung eine Einigung gelungen.
"Sie sehen: Wir können auch anders", sagte Claus Weselsky, Chef der streikerprobten Gewerkschaft. Ihre 35 000 Lokführer und Zugbegleiter erhalten mehr Geld und mehr Planbarkeit für ihre Freizeit. "Jeder kann beruhigt seinen Osterurlaub planen", sagte Sigrid Heudorf, Leiterin Tarifpolitik der Bahn. Sie sprach von einem guten, soliden Kompromiss.
Die zweimonatige Schlichtung habe sie bis an die Grenzen ihrer Geduld gebracht, sagten die Schlichter, der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke). Nach vielen Verdächtigungen und Unterstellungen in den sechs Verhandlungsrunden sei es aber geglückt, Vertrauen wiederherzustellen. Die Einigung sei schließlich den Vertretern der Bahn und der Gewerkschaft selbst gelungen - im Bordrestaurant eines ICE. Der Abschluss orientiert sich an dem, den die Bahn bereits im Dezember mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vereinbart hatte. Auch die GDL-Mitglieder bekommen von nächstem Monat an 2,5 Prozent mehr Geld und von Januar 2018 an je nach Wunsch entweder weitere 2,6 Prozent mehr, eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit oder sechs Tage mehr Urlaub.