Prüm | 20. März 2017

Die Welt im Wandel

Verfassungsrechtler Udo di Fabio kommt nach Prüm. Im Gepäck hat er einen interessanten Vortrag.
Prüm (aff) Die Welt ist im Umbruch - im Angesicht von Wirtschaftskrisen, Griechenlandmisere, Flüchtlingsdebatten und stetig steigender Terrorgefahr werden im Westen tradierte Werte zunehmend in Frage gestellt.
In der Prümer Vortrags- und Diskussionsreihe "Brennpunkt Geschichte" wirft der Verfassungsrechtler und Gesellschaftsanalytiker Udo di Fabio unter dem Titel "Schwankender Westen - Wie sich ein Gesellschaftsmodell neu erfinden muss" am Freitag, 24. März, 19.30 Uhr, im Prümer Konvikt einen fundierten Blick auf das komplexe Gefüge aus Wertewandel, Demokratieauffassung und Rechtsstaat. Erneut hat der Geschichtsverein Prümer Land (GVPL) mit dem ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichts ein gesellschaftliches Schwergewicht nach Prüm einladen können. Erst jüngst sprach Anfang Februar der luxemburgische EU-Politiker Jacques Santer über "Europa in der Krise", zuvor sprach im Winter der ehemalige deutsche Außenminister Klaus Kinkel über globale Krisen.
Udo di Fabio ist einer der renommiertesten Verfassungsrechtler und Gesellschaftsanalytiker des Landes. Er war zwölf Jahre Richter des Bundesverfassungsgerichts und hat zurzeit eine Professur an der Universität Bonn inne (siehe Zur Person).
Di Fabio analysiert in seinem Vortrag die Fundamente der westlichen Gesellschaft, zeigt deren Gefährdungen und plädiert für ein neues Gesellschaftsmodell. Di Fabio zeigt auf, welches Bild vom Menschen und der Welt uns leitet, warum westliche Errungenschaften in Gefahr sind und wie wir das Bewusstsein für die Stärken des Westens und die Rolle Europas schärfen und die Vision eines neuen Gesellschaftsmodells verwirklichen können.
Im Laufe des angebrochenen Vereinsjahres wird die Reihe "Brennpunkt Geschichte" mit einem Besuch des früheren CDU-Bundespolitikers Heiner Geißler in der Abteistadt fortgesetzt - ein Termin steht noch nicht fest.
"Brennpunkt Geschichte" mit Udo di Fabio beginnt am Freitag, 24. März, um 19.30 Uhr im Prümer Konvikt. Der Eintritt ist frei.
Extra
Udo di Fabio wurde 1954 geboren. Von 1970 bis 1980 arbeitete er als Verwaltungsbeamter. Während dieser Zeit machte er Abitur und studierte anschließend Rechtswissenschaften sowie Sozialwissenschaften. Nach dem Abschluss der juristischen Staatsexamina nahm er eine Stelle am Duisburger Sozialgericht an, promovierte 1990 als Sozialwissenschaftler und habilitierte 1993. Nach Lehrtätigkeiten unter anderem in Trier ging er als Universitätsprofessor nach Bonn. 1999 wurde di Fabio zum Richter des Bundesverfassungsgerichts ernannt.