Altrich | 20. April 2017 | Autor: Winfried Simon

Streunende Füchse sorgen für Aufregung in Altrich

Meister Reinecke wird immer häufiger in Wohnsiedlungen gesehen. Bürger aus Altrich beschweren sich.
Die Gemeinde Altrich hat ein Fuchsproblem. In letzter Zeit werden die ansonsten sehr scheuen Tiere immer öfter im Ort gesehen. Sie streichen durch die Straßen und Gärten – stets auf der Suche nach etwas Fressbarem. 

Die Bürger machen sich Sorgen. Sind die Tiere gefährlich? Können sie womöglich gefährliche Krankheiten wie Tollwut übertragen? Einige Altricher haben sich nun an die Ortsgemeinde gewandt und sich beschwert. Ortsbürgermeisterin Heike Knop hat sich erkundigt und im jüngsten Mitteilungsblatt Entwarnung gegeben: Eine Gefahr für den Menschen gehe von den Füchsen nicht aus. Dabei sehen die umherstreunenden Tiere zumeist abgemagert und kränklich aus. Kreisjagdmeister Günther Vanck erklärt: „Die Füchse ziehen zurzeit ihren Nachwuchs auf. Eine Füchsin bekommt in der Regel vier bis sechs Junge. Und in dieser Zeit braucht sie sehr viel Nahrung. Die Füchsin – in der Jägersprache Fähe genannt – sieht dann ausgemergelt aus, außerdem wechselt sie ihr Fell. Vanck: „Das ist normal, diesen Tieren fehlt nichts.“ 


Was tun gegen die Füchse? Die Antwort ist im Prinzip ganz einfach: Füchse dürfen im Ort kein Futter finden. Essensreste auf Komposthaufen, Katzen- und Hundefutter auf Terrassen locken die hungrigen Muttertiere an. Auch können aus gelben Säcken verlockende Düfte strömen, wenn sie Verpackungen von Fleischwaren oder leere Wurstdosen enthalten. Laut Jagdgesetz ist es verboten, die Wildtiere zu füttern oder gar zu versuchen, sie zu zähmen und als Haustiere zu halten.


Durch gezieltes Füttern verlieren die Tiere ihre angeborene Scheu vor dem Menschen. Sie sollten Füchse auf keinen Fall vorsätzlich anlocken. 
Zurzeit dürfen nur Jungfüchse, nicht aber Altfüchse bejagt werden. Deren Schonzeit endet Anfang August. 
Übrigens: Altfüchse bringen den Jungen oft verschiedene Gegenstände zum Spielen an den Bau. Dabei halten sie offenbar Schuhe oder Handschuhe für besonders geeignet. Vor Jahren geriet ein Fuchs in Föhren in die Schlagzeilen. Er hatte es auf Schuhe abgesehen, 120 Paar stibitzt und in seinem Fuchsbau gebunkert. 
 
 
Info
TOLLWUT KEINE GEFAHR MEHR

Der Fuchs gilt in Europa als der Hauptüberträger der Tollwut. In Deutschland ist die Fuchs-Tollwut durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen inzwischen ausgerottet. Das konnte durch eine intensive Schluckimpfung der Füchse mit ausgelegten Impfködern erreicht werden. 

In Rheinland-Pfalz war die Tierseuche im Februar 2006 zum letzten Mal nachgewiesen worden. Der letzte Tollwutfall bei einem Menschen in Deutschland trat im Jahr 2007 bei einem Mann auf, der in Marokko von einem streunenden Hund gebissen wurde.